Umfahrung in Bütschwil

Nun gibt es Kritik für die neu geplante Gestaltung der Dorfstrasse

2. September 2020, 10:54 Uhr
Luftaufnahme von Bütschwil: Ein Komitee mit mehreren Bewohnern wehrt sich gegen die flankierenden Massnahmen bei der Dorfstrasse. Diese werden ergriffen, um den Verkehr auf die Umfahrung umzuleiten.
© Tagblatt/Martin Lendi
Die Umfahrung Bütschwil wurde gefeiert – Kritik gibt es aber für die Massnahmen, die auf der Durchfahrtsstrasse wegen der Umfahrung geplant sind. Ein Verein setzt sich dafür ein, die Strasse so zu belassen, wie sie jetzt ist.

Rund 65 Prozent weniger Autos sollen nach der Eröffnung der Umfahrung Bütschwil das Dorf auf der Durchfahrtsstrasse passieren. Es gibt eine Verkehrsentlastung, die die meisten Einwohner Bütschwils befürworten. Kritik gibt es aber an den Begleitmassnahmen, die der Kanton gemeinsam mit der Gemeinde Bütschwil ausgearbeitet hat, um die Situation im Dorf nach der Eröffnung der Umfahrung weiter zu verbessern, sogenannte flankierenden Massnahmen.

«Die Kosten und der Nutzen passen für uns nicht zusammen»

Diese Kritik kommt beispielsweise vom Verein Keflam – Komitee für echte flankierende Massnahmen – der im Rahmen des Baus der Umfahrung Bütschwil im Januar 2019 gegründet wurde. «Die Kosten und der Nutzen passen für uns nicht zusammen», sagt Vereinspräsident Fritz Rutz aus Dietfurt. Rund fünf Millionen Franken sollen für flankierenden Massnahmen ausgegeben werden, gemäss dem Verein sind diese Ausgaben aber nicht nötig.

Der Kanton St.Gallen und die Gemeinde Bütschwil planen unter anderem sieben Rechtsvortritte auf der Durchfahrtsstrasse, dadurch soll sich der Verkehr verlangsamen. Ausserdem sollen zusätzliche Bushaltestellen entstehen oder eine Strasse wird zur Kantonsstrasse und damit breiter und zugänglicher für den Verkehr.

Zusätzliche Verkehrsbelastung durch neue Haltestelle befürchtet

Für Fritz Rutz und den Verein Keflam gibt es drei Haupt-Kritik-Punkte. Einerseits möchte der Verein, dass die Einfahrt auf die Hauptstrasse in Lütisburg beim Restaurant Bahnhöfli verbessert wird. Das beispielsweise durch einen Kreisel. Weitere Kritik übt der Verein an der Umplatzierung der Postauto-Haltestelle in Bütschwil auf die andere Strassenseite aus: «Dadurch müssen die Schüler in Zukunft die Strasse überqueren, was gefährlich ist.» Eine zusätzliche Bushaltestelle bei der Ortseinfahrt in Bütschwil Richtung Wattwil kommt ebenfalls schlecht an: «Dadurch verschlechtert sich die Verkehrssituation, da der Bus in Zukunft auf der Fahrbahn halten wird und Autos ihn nicht passieren können.»

«Rechtsvortritte führen zu Staus»

Ganz konkret ist Fritz Rutz und der Verein Keflam der Meinung, dass die Situation für die Einwohner von Bütschwil durch die flankierenden Massnahmen verschlechtert und nicht verbessert wird. Einige Punkte unterstütze der Verein, so beispielsweise, dass in Zukunft Velowege gekennzeichnet werden sollen. Insbesondere beim Fall einer Sperrung der Umfahrung Bütschwil würden die flankierenden Massnahmen die Verkehrssituation aber verschärfen: «Durch die vielen Rechtsvortritte und die neuen Bushaltestellen zusammen mit den Bahnschranken würde der Verkehr sehr stark zunehmen», sagt Rutz. Erfahrungen aus Bazenheid würden zeigen, dass Rechtsvortritte zu zusätzlichen Staus führen können. Auch in Bazenheid waren die Rechtsvortritte Teil der flankierenden Massnahmen.

Volk dürfte das letzte Wort haben

Die flankierenden Massnahmen sind noch nicht beschlossene Sache. Der Gemeinderat muss die Massnahmen noch Absegnen, dann hat das Volk die Möglichkeit, das Referendum zu ergreifen. Da der Verein Keflam annimmt, dass die Gemeinde die Massnahmen gutheisst, hat es bereits jetzt angekündigt, das Referendum zu ergreifen. In diesem Fall würde die Gestaltung der Durchfahrtsstrasse eine Angelegenheit des Volkes werden: «Wir vermuten, dass das Volk im Sommer 2021 darüber abstimmen wird.» Bis die flankierenden Massnahmen Fuss fassen, werden somit noch Jahre vergehen.

Der Bütschwiler Gemeinderat hat das Schreiben des Keflam zur Kenntnis genommen. «An der Planung der flankierenden Massnahmen wird weiter gearbeitet und die Bevölkerung entsprechend informiert», teilt Karl Brändle schriftlich auf Anfrage von FM1Today mit.

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Quelle: FM1Today

(abl)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 1. September 2020 15:47
aktualisiert: 2. September 2020 10:54