St.Gallen

Oberuzwil im Zwist: Güllen am Wochenende bald verboten?

11. Oktober 2020, 18:46 Uhr
Ab nächsten Sommer soll das Güllen an Wochenenden in Oberuzwil verboten werden. Oberuzwil ist die erste Ostschweizer Gemeinde, die dies gesetzlich festlegen will. Die hiesigen Landwirte sind von diesem Vorhaben nicht begeistert.

Quelle: tvo

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Von Freitagmittag bis Sonntagabend soll in den Sommermonaten in Oberuzwil keine Gülle mehr auf die Felder gebracht werden. Dies habe der Gemeinderat entschieden, um auf Reklamationen aus der Bevölkerung zu reagieren, berichtete hallowil.ch.

«Gesetz gegen die Natur»

Für die Oberuzwiler Bauern ist diese neue Regelung nicht verständlich: «Das ist ein Gesetz gegen die Natur», sagt Bauer Mathias Städler gegenüber TVO. «Wir wollen das Beste für die Natur geben und das soll nun am Wochenende nicht mehr möglich sein. Das ist nicht die Idee.» Ob die Gülle auf den Feldern verteilt werden kann, sei vom Wetter und nicht vom Wochentag abhängig.

Die Gemeinde Oberuzwil reagiert mit dem Reglement auf mehrere Beschwerden aus der Bevölkerung. «Ganz wenige Landwirte haben in diesem Sommer an den Samstagen noch Gülle verteilt. Leute, die zu Hause im Garten oder auf dem Balkon waren, konnten so die Abende nicht mehr geniessen", sagt Cornel Egger, Gemeindepräsident von Oberuzwil.

Lösung über Austausch

Der St.Galler Bauernverband zeigt Verständnis für die Beschwerden der Anwohner und steht bereits mit den Landwirten in Kontakt, um eine Lösung für das Problem zu finden. «Allenfalls können die Personen, welche in der Nähe der Höfe leben, im Vorfeld informiert werden. Wir möchten, dass über den Austausch eine Lösung gefunden werden kann - nicht über ein Reglement», sagt Lukas Kessler, stellvertretender Geschäftsführer des St.Galler Bauernverbands.

Diesen Austausch hätte sich auch Mathias Städler gewünscht: «Ich hätte es schön gefunden, wenn der Gemeinderat das Gespräch mit den Bauern gesucht hätte, bevor er ein Gesetz beschliesst.»

Keine Vernehmlassung war «vielleicht ein Fehler»

Die Gemeinde sei mit einigen Bauern in Kontakt gewesen, sagt Gemeindepräsident Cornel Egger: «Von diesen haben wir keine negative Rückmeldung erhalten. Deswegen sind wir davon ausgegangen, dass es allgemein anerkannt ist, dass an den Wochenenden nicht gegüllt wird.» Deswegen sei es zu keiner Vernehmlassung gekommen, erklärt Egger: «Im Nachhinein betrachtet, war das vielleicht ein Fehler. So hätte man das Stimmungsbild besser abholen können.»

Noch bis am 10. November können die Oberuzwilerinnen und Oberuzwiler Unterschriften für ein fakultatives Referendum sammeln. Kommen bis dahin 300 Stimmen zusammen, wird es eine schriftliche Volksabstimmung geben.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 11. Oktober 2020 18:46
aktualisiert: 11. Oktober 2020 18:46