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Portrait

Oberuzwiler tüftelt vier Jahre lang an eigener Filmkamera

16. Mai 2021, 19:53 Uhr
Der Polymechaniker und Hobbyfotograf Edwin Sprenger aus Oberuzwil hat während der vergangenen vier Jahre eine eigene Filmkamera geplant und gebaut. Das Spezielle: Mit ihr aufgenommene Filme sehen aus, wie in der Gründerzeit des Kinos.
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Quelle: tvo

Ordnerweise Skizzen, Pläne und Berechnungen hat Edwin Sprenger für sein Herzensprojekt angefertigt. Das Resultat: Eine weltweit einzigartige analoge Schwarz-Weiss-Kamera mit dem stolzen Gewicht von 20 Kilo.

«Ich habe nie daran gezweifelt, dass ich die Kamera bauen kann und dass sie auch funktioniert», sagt der 52-jährige Entwickler. Bedient wird die Kamera wie früher, indem eine Kurbel auf der Seite des Geräts betätigt. Filme werden also buchstäblich «gedreht».

Filmaufnahmen wie vor hundert Jahren

Der erste Film, den Edwin Sprenger mit seinem Unikat abgedreht hat, zeigt den Gleitschirmflug eines Arbeitskollegen von der Ebenalp auf Wasserauen. Die Aufnahmen sehen so aus, als ob sie dem Jahr 1910 entsprungen wären. «Das Bild tanzt, wackelt und flackert» sagt Sprenger begeistert. Bilder mit dem Charme von früher eben.

Alle Teile hat der Tüftler aus Oberuzwil selbst hergestellt. Dank seinem Beruf als Polymechaniker hatte er Zugriff auf die nötigen Werkzeuge. Inspiration hat er auch von seinem Vater erhalten, der selbst Fotograf war. Und von alten Schwarz-Weiss-Filmen: «Schon als Bub hat mir Charlie Chaplin gefallen.»

Sprengers Filme sollen ins Kino kommen

Momentan kann man die einzigartige Filmkamera im Schaufenster des Fotogeschäfts Hausamman in St.Gallen erspähen. Und die Filme, die Edwin Sprenger bereits gedreht hat, sollen bald auf der grossen Leinwand im Cinewil zu sehen sein. «Auf Grossformat im Kino wirkt es natürlich sensationell», schwärmt Sprenger.

(chf)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 16. Mai 2021 19:31
aktualisiert: 16. Mai 2021 19:53