Nach Zürich

Ostschweiz will den Nachtzuschlag jetzt auch abschaffen

12. Februar 2020, 17:40 Uhr
Im Kanton Graubünden wurde der Nachtzuschlag per 10. Dezember 2017 komplett abgeschafft. (Symbolbild)
© Tagblatt/Ralph Ribi
Wer in Zürich bis spät in die Nacht feiert und dann den Zug nimmt, muss innerhalb des Kantons bald keinen Nachtzuschlag mehr lösen. Der Nachtzuschlag des ZVV wird 2022 abgeschafft – St.Gallen will den Nachtfünfliber am liebsten schon früher loswerden.

Als «Strafzoll für Junge» wurde der Nachtzuschlag von SP-Politikern bezeichnet. Die FDP spricht von einer «Bussenfalle». Die Abschaffung war im Zürcher Kantonsrat deshalb unumstritten. Der Rat stimmte am Montag der ZVV-Strategie zu, die eine Abschaffung des Nachtfünfliebers vorsieht.

Voraussichtlich Ende 2022 wird der Nachtzuschlag endgültig gestrichen. Der Grund für die Wartezeit sind Mehrjahresverträge des Zürcher Verkehrsverbundes mit anderen Verkehrsbünden, die nicht per sofort gekündigt werden können. Möchte der ZVV allein den Nachtzuschlag abschaffen, muss er den Vertrag mit anderen Tarifverbunden auflösen.

Finanzierungsfrage steht im Raum

Ein solcher Bund ist der Tarifverbund Ostwind – unter dem 31 Transportunternehmen des öffentlichen Verkehrs in der Ostschweiz vereint sind. Werner Thurnheer, Geschäftsleiter des Tarifverbunds, kann sich gut vorstellen, dass die Ostschweiz mit Zürich mitzieht: «Es laufen Abklärungen mit Bund und Kantonen. Ziel ist es, den Nachtzuschlag bis spätestens 2022 abzuschaffen.»

Der Tarifverbund habe aber auch Interesse an einer früheren Abschaffung. Gemäss Werner Thurnheer müssen Bund und Kantone entscheiden, wer für die Ausfälle aufkommt und diese finanziert. Wie lange diese Abklärungen dauern, sei noch unklar.

Nachtnetz wird von allen Altersgruppen gebraucht

Die Zürcher Regierungsrätin Carmen Walker Späh sagte rund um die Verhandlungen im Zürcher Kantonsrat gegenüber dem Tages-Anzeiger, dass die Abschaffung des Zuschlages finanziell nicht ins Gewicht falle: «Verglichen mit dem Tagesgeschäft ist das Nachtnetz ein so kleines Nischenangebot.»

Das Nachtnetz wurde vor 17 Jahren eingeführt und war als Spezialangebot für die Jungen gedacht. Dieses Nachtnetz wurde durch den Nachtfünfliber gedeckt. Die Zürcher Regierung findet den Nachtzuschlag nicht mehr zeitgemäss. Nicht mehr nur die Jungen würden das Nachtnetz brauchen, sondern alle Altersgruppen. Das Nachtnetz am Wochenende sei aus der 24-Stunden-Gesellschaft in Zürich nicht mehr wegzudenken.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 12. Februar 2020 17:38
aktualisiert: 12. Februar 2020 17:40