Adventszeit

Ostschweizerin bastelt Adventskalender für Kinder aus bedürftigen Familien

Philomena Koch, 21. November 2022, 08:13 Uhr
Kindern, die am Existenzminimum leben, eine Freude bereiten – mit diesem Gedanken bastelt eine Facebook-Gruppe seit vier Jahren Adventskalender und beschenkt jene, die etwas weniger haben. Hinter dem Projekt steht eine Ostschweizerin.

Quelle: FM1Today/Philomena Koch

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Es klingt beinahe wie ein kleines Weihnachtswunder – Menschen, die mehr haben, geben in der Weihnachtszeit diesen Kindern etwas, die weniger haben. So lautet die Grundidee der Facebook-Gruppe «Adventskalender basteln für Kinder am Limit».

Ein Herzensprojekt

Gründerin ist Sandra Fritsche. Sie wohnt in Grabserberg und arbeitet in Sevelen. «Ich habe gemerkt, dass es Leute gibt, die kein Geld für einen Adventskalender für ihre Kinder haben», erzählt Fritsche. Also habe sie sich auf die Suche nach freiwilligen Helferinnen und Helfer gemacht. Das vierte Jahr in Folge werden Kinder, die am Existenzminimum leben, von Leuten aus der ganzen Schweiz, mit einem Kalender beschenkt. 200 Stück müssen bis zum 1. Dezember fertig gebastelt werden.

Wildfremde Leute helfen wildfremden Kindern

Not am Mann hat Fritsche nicht. Im Gegenteil: «Es sind zwar immer mehr Kinder dazu gekommen. Gleichzeitig haben sich aber auch immer mehr Helferinnen und Helfer gemeldet. Eine Zeit lang hatten wir sogar mehr Engel wie Kinder», sagt sie. So nennt sie die vielen Freiwilligen. Darauf habe sie das Angebot der Facebook-Gruppe auf Seiten, wo sie Randständige erreichen konnte, ausgeschrieben.

Dass die Gruppe der «Weihnachtswichtel» irgendwann einmal so gross sein wird, habe sie nie erwartet. «Ich finde es sehr schön, dass wildfremde Leute für wildfremde Kinder einen Adventskalender basteln», sagt die Gründerin. Einen persönlichen Kontakt untereinander hätten die Gruppenmitglieder weniger. Alles laufe über die Plattform Facebook.

Die Geste zählt

Für dieses Jahr klebt, schneidet und verpackt sie für zwei Buben aus der Region und erhält sogar noch Unterstützung von ihrer 13-jährigen Nachbarin Zoe. Nebst dem Einkauf der Geschenke beanspruche diese Aufgabe etwa einen halben Tag. «Da ich die beiden Kinder kenne, werde ich den Kalender persönlich vorbeibringen. Man kann ihn auch per Post versenden», erklärt Sandra Fritsche. Sie dürfen sich auf Süssigkeiten, Spielzeug und eine Kutschenfahrt freuen. Sandra Fritsche sagt weiter: «Jeder Engel ist jeweils in Absprache mit den Eltern. So kennen wir die Vorlieben der Kinder.» Bezahlt wird alles aus der eigenen Kasse. Bei dem Projekt geht es weniger um die Ware, sondern viel mehr um die Geste.

Es muss von Herzen kommen

In der Gruppe seien auch Leute dabei, die selber nicht so viel haben. Jede und jeder könne selber entscheiden, wie viel er dafür ausgeben will oder kann. «Ich habe es aber schon erlebt, dass Eltern sehr hohe Erwartungen an den Adventskalender hatten. Zwei, drei Leute mussten wir deswegen auch schon für die Gruppe sperren», sagt Fritsche. Wenn man etwas Gutes tun möchte, müsse das von Herzen kommen und man sollte nicht zu viel Erwartungen bezüglich Dankbarkeit haben.

Alles in allem sei es eine sehr schöne Aufgabe: «Wenn man Positives gibt, kommt es irgendwann auch wieder zurück. Vielleicht denken die Kinder, die wir beschenken, einmal zurück und werden in der Weihnachtszeit selber jemandem helfen. Wie so eine Art Schneeballeffekt.»

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 21. November 2022 08:11
aktualisiert: 21. November 2022 08:13