Plastikfasten: «Leute sollen Lebensstil ändern»

Krisztina Scherrer, 8. März 2019, 11:48 Uhr
Die einen verzichten während der Fastenzeit auf Schokolade, das Fernsehen oder gehen weniger ans Handy. Eine neue Art des Fastens ist das Plastikfasten. Wir zeigen dir, wie's geht.

Mit Plogging während des Joggens Abfall sammeln, im Zero-Waste-Laden verpackungsfrei einkaufen oder Kunststoff im Haushalt mit der «Kuh-Bag» recyclen: Es gibt schon einige Projekte und Aktionen, die zum Umweltschutz beitragen. Auch die Organisation «Gemeinwohl Ökonomie Schweiz» setzt sich für die Ressourcenschonung ein und hat das Projekt Plastikfasten ins Leben gerufen.

Bewusster Umgang mit Plastik

Einmal im Jahr auf ein Nahrungsmittel oder eine Angewohnheit zu verzichten, ist eine schöne und gute Idee. Praktisch unmöglich scheint es, eine Woche ganz ohne Plastik auszukommen. Das soll sich mit dem Plastikfasten ändern: «Konkret geht es darum, sich selbst mit Selbst- und Fremdbeobachtung auf die Schliche zu kommen», sagt Gaby Belz, Leiterin des Projektes Plastikfasten. Dabei wird nicht komplett auf Plastik verzichtet, sondern bewusster darauf geachtet, wann, wie und wo man Plastik verwendet und ihn allenfalls reduzieren kann.

«Projekt ist für Einzelpersonen gedacht»

Wer bei der Fastenwoche mitmachen will, findet auf der Webseite plastikfasten.ch einen Blog mit verschiedenen Tipps und Tricks, wie man im Alltag weniger Plastik braucht. «Das Projekt ist für Einzelpersonen gedacht, es kann aber auch sein, dass Schulklassen oder Firmen mitmachen», sagt Belz. «Verpackung ist ein Thema, das uns täglich begleitet, viel Abfall auslöst und Schäden in der Erde, im Wasser und in der Luft hinterlässt. Mit einem anderen Lebensstil müsste das alles nicht sein.»

Unternehmen auf Plastik ansprechen

Die Teilnehmer können in einem Tagebuch, das ebenfalls auf der Webseite von plastikfasten.ch zu finden ist, die Erfahrungen der Fastenwoche eintragen. «Das Ziel ist, dass möglichst viele Leute mitmachen. Dass sie eine Woche lang schauen wie, wann und wo sie Plastik vermeiden können. Wir möchten die Konsumentinnen und Konsumenten anregen, sich in ihrem Verhalten zu beobachten», sagt Belz. «Ausserdem möchten wir mit dem Material dieser Woche verschiedene Unternehmen ansprechen können.»

Die Organisation «Gemeinwohl Ökonomie Schweiz» steckt hinter dem Projekt Plastikfasten, eine Bewegung, die seit 2010 dabei ist, gewisse Werte wie Solidarität, Ökologik, Transparenz und Gerechtigkeit in der Wirtschaft, Politik und Gesellschaft auszulösen und zu verstärken. Zum Start der Fastenwoche gibt es am Freitag, 29. März, 18 Uhr, ein Gespräch unter dem Titel «Alles ohne Plastik? Oder was?» in der Lokremise St.Gallen. Die Fastenwoche selber findet vom 31. März bis 6. April statt.
Krisztina Scherrer
veröffentlicht: 8. März 2019 11:39
aktualisiert: 8. März 2019 11:48