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St.Gallen

Polizei über Probleme in Partymeile: «Auflösung wäre nicht verhältnismässig»

17. Juni 2021, 17:36 Uhr
Die Stadtpolizei St.Gallen will im berüchtigten Bermuda-Dreieck für Ruhe und Ordnung sorgen. Geschehen soll das mit Plakaten, mehr Präsenz und mehr Abfallkübeln. Mediensprecher Dionys Widmer erklärt das Vorgehen im Interview.
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Quelle: TVO

Ab kommendem Wochenende gelten im berüchtigten Bermuda-Dreieck in St.Gallen neue Regeln. Wie sehen diese aus und warum werden sie aufgestellt?

Am vergangenen Wochenende gab es im Bereich des Bermuda-Dreiecks viel Abfall und Lärm. Wir erhielten diverse Reklamationen aus der Bevölkerung. In dieser Woche haben wir mehrere Gespräche mit Gastrounternehmen und Partnern geführt. Nun sind wir zum Schluss gekommen, dass gewisse Massnahmen zu ergreifen sind. Hierzu gehört, dass wir unsere Polizeipräsenz erhöhen. Weiter werden Plakate aufgestellt, die auf das Abfall- und Lärmproblem hinweisen. Hiermit möchten wir die Leute sensibilisieren. Weiter werden Abfallbehälter durch die Gastronomen zur Verfügung gestellt. Beim Unteren Graben werden sogenannte Vauban-Barrieren angebracht, die verhindern sollen, dass sich jemand auf der Strasse aufhält. Letztes Wochenende hätte es zu gefährlichen Situationen kommen können.

Sogenannte Vauban-Barrieren.
© Par Rama — Travail personnel, CC BY-SA 2.0 fr / commons.wikipedia.com

Warum sind beim Thema Littering die Gastronomen in der Pflicht? Kann nicht die Stadt eine Lösung zur Verfügung stellen?

Stadtintern wurden Gespräche geführt und auch auf die Gastrobetreiber sind wir zugegangen. Zusammen haben wir uns auf die Massnahmen geeinigt. Die Idee war, gemeinsam etwas zur Verbesserung der Situation zu tun, so sind wir auf diese Massnahmen gekommen. Diese müssen natürlich während der nächsten Wochen regelmässig überprüft und allenfalls angepasst werden.

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Quelle: Pascal Tschamper/Facebook

Heisst das, einzig die Gastronomen sind in der Pflicht?

Gerade dort, wo es Aussenbereiche von Bars oder Restaurants gibt, haben die Gastronomen eine gewisse Pflicht. Wenn sich aber – wie im Bermuda-Dreieck – ein Platz als Treffpunkt etabliert und Personen auch ihre eigenen Getränke und Musikboxen mitnehmen und so den Abend verbringen, kommt auch die Polizei ins Spiel und wird entsprechende Massnahmen einleiten.

Dionys Widmer, Mediensprecher der Stadtpolizei St.Gallen

Schon in der Vergangenheit sorgte das Bermuda-Dreieck für Gesprächsstoff. Es wurde Kritik laut, die Polizei habe nicht genug Präsenz markiert, wenn sich die Menschen zahlreich auf dem Platz treffen. Warum war die Polizei nicht von Anfang an so präsent?

Wenn sich mehrere hundert Personen in den Gassen treffen, ist das immer eine schwierige Situation. Dafür bräuchte es enorme personelle Mittel, wenn man von einer Auflösung sprechen würde. Das ist aber weder das Ziel, noch verhältnismässig. Wir versuchen mit den Massnahmen, die wir für das kommende Wochenende ergriffen haben, eine Verbesserung zu erzielen. Hierzu gehört, dass wir im Rahmen unserer personellen Mittel präsenter werden und den Dialog mit den Menschen suchen, ohne, dass schon ein Problem aufkommt.

So sah es am frühen Sonntagmorgen in der Stadt aus.
© Ishi Sosa/Facebook

Angenommen, es würde nicht besser, was wären dann die nächsten Schritte?

Die Massnahmen müssen in den nächsten Wochen bilanziert werden. Wir werden schauen, ob die angestrebte Verbesserung eingetreten ist. Wenn das nicht der Fall ist, werden wir uns Gedanken über weitere oder andere Massnahmen machen müssen.

Interview: TVO/Dominik Zulian

(saz)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 17. Juni 2021 17:36
aktualisiert: 17. Juni 2021 17:36