St.Gallen

Polizisten erschossen Mann (22), weil er auf Bewohnerin (46) einschlug – sie war wohl ein Zufallsopfer

3. September 2020, 17:09 Uhr
Neue Erkenntnisse zum Gewaltdelikt in St.Gallen: Der 22-jährige Täter war wohl verwirrt und wählte sein 46-jähriges Opfer zufällig aus. Die Frau starb durch massive Schläge an einem Schädel-Hirn-Trauma, der Mann durch mehrere Schüsse der Polizei.

Einen Tag nach dem Gewaltdelikt an der Speicherstrasse in St.Gallen geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der mutmassliche Täter, ein 22-jähriger Schweizer, sowohl die Wohnung als auch sein Opfer völlig zufällig auswählte. «Aufgrund der Art und Weise, wie der mutmassliche Täter vorging, bestehen Anhaltspunkte, dass er psychische Probleme hatte», sagt Regula Stöckli, St.Galler Staatsanwältin und stellvertretende Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft, gegenüber FM1.

«Äusserst brutal auf Frau eingeschlagen»

Am Mittwochmittag verschaffte sich der 22-Jährige Zugang zur Wohnung des Opfers. «Er schlug mit einem stumpfkantigen Gegenstand äusserst brutal auf eine dort anwesende 46-jährige Frau ein», sagt Stöckli.

Eine Patrouille der St.Galler Stadtpolizei rückte aus und forderte den Täter mehrfach auf, inne zu halten, worauf er jedoch nicht reagierte und weiter «massivst» auf die Frau einschlug, wie die Staatsanwältin sagt. «Darauf gaben die beiden anwesenden Polizisten mehrere Schüsse auf den mutmasslichen Täter ab.»

Der 22-Jährige verstarb noch am Tatort. Die Frau mit italienischer Staatsangehörigkeit wurde mit schwerwiegendsten Kopfverletzungen ins Kantonsspital St.Gallen gebracht, wo sie ihrem schweren Schädel-Hirn-Trauma erlag.

Zweite Frau in der Wohnung

Zum Tatzeitpunkt befand sich gemäss Staatsanwaltschaft eine zweite Frau in der Wohnung. Sie habe eine Platzwunde am Kopf erlitten. Sie sei es gewesen, welche Alarm bei der Polizei geschlagen hatte.

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Quelle: FM1Today

Polizisten nicht im Dienst

Ein ausserkantonales Polizeikorps stellt weitere Ermittlungen an. Die Staatsanwaltschaft ist laut Stöckli verantwortlich für ein allfälliges Verfahren gegen die Polizeibeamten. «Sie befinden sich aktuell nicht in Untersuchungshaft.»

Die beiden involvierten Polizisten sind nicht vom Dienst dispensiert worden, wie Roman Kohler, Mediensprecher der St.Galler Stadtpolizei, auf Anfrage sagt. «Heute Donnerstag mussten sie aber natürlich nicht zum Dienst erscheinen.» Ein solcher Vorfall könne für Polizisten sehr einschneidend sein. «Unsere oberste Priorität ist es, für eine gute Betreuung der betroffenen Mitarbeiter zu sorgen», sagt Kohler. Dafür seien auch externe Psychologen beigezogen worden.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 3. September 2020 15:13
aktualisiert: 3. September 2020 17:09