St.Gallen

Pro Natura kritisiert Medienmitteilung über Schafsrisse im Sarganserland

5. September 2020, 08:09 Uhr
Wildhüter untersucht gerissenes Schaf
© pd
Über 50 Schafe wurden während des Sommers im Sarganserland gerissen. Die Medienmitteilung dazu kommt jetzt, drei Wochen vor der Abstimmung über das neue Jagdgesetz. «Das ist reine Propaganda», findet Pro Natura St.Gallen-Appenzell.

29 Schafe auf der Alp Gafarra im Gemeindegebiet von Mels, 19 Schafe auf der Alp Fursch, 4 Schafe auf der Alp Halde, und 3 Schafe auf der Alp Schaffans - Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei hat am Freitag eine Medienmitteilung zu den Wolfsangriffen im Sommer herausgegeben. Wieviele Schafsrisse es in den letzten Tagen waren, kann man der Mitteilung aber nicht entnehmen.

Abstimmung über Jagdgesetz Ende September

Genau das stört Pro Natura St.Gallen-Appenzell. «Eine solche Medienmitteilung ist reine und zudem reichlich undifferenzierte Propaganda fürs neue Jagdgesetz», sagt Christian Meienberger von Pro Natura St.Gallen-Appenzell gegenüber dem «St.Galler Tagblatt». Am 27. September stimmen wir über das neue Jagdgesetz ab. Mit einer Annahme wären Abschüsse von Wölfen erlaubt, ohne dass eine bestimmte Anzahl von Rissen überschritten werden muss.

«Haben keine Meinung zu einem öffentlichen Prozess»

Dominik Thiel, Leiter Amt Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St.Gallen sagt: «Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei ist eine Vollzugsbehörde. Wir haben keine Meinung zu einem öffentlichen Prozess, sondern werden den Entscheid entsprechend umsetzen.» Das Amt sehe eine Medienmitteilung in zwei Fällen vor: Wenn ein Wolf in ein neues Gebiet eintritt oder wenn Risse in einem neuen Gebiet erfolgt sind.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 5. September 2020 08:12
aktualisiert: 5. September 2020 08:09