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Profiskifahrer Cédric Noger startet durch

Nina Müller, 26. März 2019, 20:30 Uhr
Lange musste sich der Wiler Skifahrer Cédric Noger (26) gedulden, bis am Sonntag seine Stunde geschlagen hatte: Noger holte sich bei den Schweizer Meisterschaften Gold im Riesenslalom – seinen erster Titel. Dominic Ledergerber hat ihn einen Tag nach seinem Triumph im Tirol besucht.
Nach langem Warten hat Cédric Noger endlich Gold geholt.
© TVO

Der aufgehende Stern am Himmel, Cédric Noger, ist das beste Beispiel dafür, dass nicht jeder Profi in Saus und Braus leben kann. Noch im Januar war er auf Spendengelder angewiesen. Dank dem Gold im Riesenslalom könnten diese Zeiten nun vorbei sein. Trotzdem bleibt der Wiler mit beiden Beinen am Boden. «Ein grosser Schritt ist nun gemacht. Ich habe aber schon viel erlebt in meiner Karriere und werde deshalb nicht abheben. Ich habe nicht vergessen, wie viel es gebraucht hat, da zu sein, wo ich jetzt bin», sagt Noger.

Im Januar noch Crowdfunding gemacht

Als Mitglied des Europacup-Teams gehörte er letzte Saison sozusagen zur B-Mannschaft der Schweizer Ski-Nati. Im Januar suchte er noch via Crowdfunding Sponsoren für eine neue Schleifmaschine. Obwohl er ein Profi ist, macht Cédric Noger denn Service seiner Ski noch selbst und zeigt, dass man auch so erfolgreich sein kann. Spätestens als er sich am 9. März in seinem erst fünften Weltcup-Rennen in Kranksa Gora auf den vierten Platz gefahren hatte, ist er im Weltcup-Zirkus angekommen.

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Quelle: TVO

Viel Unterstützung von der Familie

Dies ist nicht nur für Cédric eine grosser Erleichterung, auch seinem Vater ist eine grosse Last von den Schultern genommen worden. Luc Kauf hat nämlich unzählige Kilometer zurück gelegt, um jederzeit mit seinem Sohn mitfiebern zu können. «Mir war immer bewusst, dass sich diesen Traum nur wenige erfüllen können. Trotzdem hatte ich eigentlich nie Zweifel daran, dass Cédric es schaffen wird. Die Hoffnung war immer da», sagt Kauf.

Jetzt gibt Cédric erst recht Gas

Kranksa Gora und der Sieg vom Sonntag sind nun der Lohn für jahrelange Arbeit. Dies weckt Begehrlichkeiten. «Ich hoffe, dass ich bald nicht mehr so stark auf die Unterstützung meiner Eltern angewiesen bin. Dank dieser Saison bin ich auf dem 21. Platz der Riesenslalom-Rangliste. Dadurch habe ich eine super Startnummer in Sölden. Ich werde mich nächstes Jahr Schritt für Schritt vorwärts kämpfen», sagt Noger.

Noger ist unterwegs in Richtung Weltspitze. Nicht wenige Skifahrer hätten mit 26 Jahren wohl schon aufgegeben. Die Karriere von Cédric Noger hingegen startet jetzt erst so richtig.

Nina Müller
Quelle: nm
veröffentlicht: 26. März 2019 20:15
aktualisiert: 26. März 2019 20:30