St.Galler Nachtleben

QR-Registration bewährt sich – schreckt aber auch ab

Angela Müller, 7. Juli 2020, 07:40 Uhr
Manche Gäste der Süd Bar gehen lieber nicht rein, weil sie anonym bleiben wollen.
© FM1Today
Per QR-Code in den Club oder die Bar: In St.Gallen ist das Realität. Die neue St.Galler IT-Lösung bewährt sich, doch die Registrierungspflicht scheint noch so manchen Gast abzuschrecken.

Im St.Galler Club Kugl, aber auch in der Süd Bar, waren vergangenes Wochenende weniger Gäste unterwegs als am Wochenende zuvor. Weshalb das so war, können die Geschäftsführer nur mutmassen: «Vielleicht schwingt eine gewisse Angst mit, weil viel von der zweiten Welle die Rede ist», sagt Daniel Weder, Geschäftsführer des Kugl. Viele Tickets, die im Vorfeld verkauft worden waren, seien an diesem Wochenende nicht eingelöst worden.

Registrierungspflicht für alle Lokale gefordert

«Ich habe vor der Süd Bar beobachtet, dass manche Leute einfach keine Lust hatten, sich zu registrieren. Sie sind dann einfach weiter gezogen», sagt Ruedi Gamper, Co-Geschäftsführer der Süd Bar. Er fordert deshalb: «Bei allen Restaurants und Ausgehlokalen in der ganzen Schweiz sollte die gleiche Registrierungspflicht herrschen.»

Bis anhin ist dies nur dort notwendig, wo die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können, wie das Bundesamt für Gesundheit im Sinne der Corona-Prävention seit neuem vorschreibt. Und dies gilt vor allem für Bars und Nachtclubs. In einigen St.Galler Ausgehlokalen wird dafür die Registrierungslösung einer St.Galler IT-Firma benutzt. Vor allem seit den verschiedenen Superspreader-Vorfällen in diversen Schweizer Clubs wird Wert darauf gelegt, dass die Gäste ihre richtigen Daten hinterlassen. Im Zürcher Club Flamingo zum Beispiel hatten zahlreiche Gäste vor zwei Wochen falsche Angaben gemacht, sie konnten nicht direkt von den Behörden über ihr Ansteckungsrisiko informiert werden.

So kämpfen Club-Besitzer nach dem Superspreader-Event im Flamingo ums Überleben:

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Quelle: TeleZüri

Einlass muss möglichst schnell erfolgen

Nun ist deshalb vor der St.Galler Süd Bar ein QR-Code gut sichtbar angebracht. Darüber kommt man per Handy auf die Registrierungsseite Quickreg. «Es dauert nur gerade 30 Sekunden, bis man sich registriert hat», sagt Ruedi Gamper. Die Gäste geben ihren Namen und ihre Handynummer an. Beim Einlass wird dann der Name anhand eines Ausweises verifiziert. An die Handynummer erfolgt per SMS ein Code, mit dem die Anmeldung abgeschlossen wird.

«Unsere Erfahrungen mit Quickreg sind ziemlich gut», sagt Daniel Weder vom Kugl. «Neben der Sicherheit, dass die Personenangaben stimmen, können wir auch genau kontrollieren, in welchem Zeitraum sich die Gäste im Lokal  aufgehalten haben.» Die Quickreg-Seite wird von der IT-Firma Vadian.net laufend verbessert. «Für uns ist entscheidend, dass der Einlass möglichst schnell erfolgt und sich die Leute nicht durch Warterei schikaniert fühlen», sagt Weder.

St.Galler IT-Lösung in der ganzen Schweiz gefragt

Quickreg vom St.Galler Unternehmen Vadian.net scheint schweizweit für Aufsehen zu sorgen. «Wir bekommen laufend Anfragen», sagt Projektmanager Michael Frommenwiler. Er selbst war Mitte März am Coronavirus erkrankt und brauchte einen Monat, bis er wieder genesen war. «Ich will helfen, die Leute vor einer Ansteckung zu schützen.» Die Anfragen kamen unter anderem von Clubs aus Zürich und Basel. «Gefragt ist eine gut funktionierende, unkomplizierte Lösung.»

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 6. Juli 2020 16:46
aktualisiert: 7. Juli 2020 07:40