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St.Gallen

Rätselhaftes Bienensterben auf dem Roten Platz

26. Mai 2020, 08:08 Uhr
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Quelle: tvo

Auf dem Roten Platz, bei der Raiffeisen-Bank in St.Gallen, sind vergangene Woche hunderte Bienen gestorben. Wie es dazu kommen konnte, stellt die Experten vor ein Rätsel. Wurden die Tiere durch den neuen Belag vergiftet?

Mittwochmittag in St.Gallen: Hunderte Bienen liegen sterbend oder bereits tot auf dem Raiffeisen-Platz, besser bekannt als Roter Platz. Mirjam Egger, die in der Nähe arbeitet, hat sie auf dem Weg zum Mittagessen entdeckt: «Es kam mir vor, als wären sie vergiftet worden.»

Auf dem Roten Platz wird derzeit ein neuer Belag aufgetragen, könnten also diese Dämpfe dafür verantwortlich sein? Die Stadt St.Gallen verneint: Die Arbeiten am Platz laufen schon seit fast einem Jahr und es ist das erste Mal, dass plötzlich so viele Bienen sterben.

Nervengift, Linden-Geruch oder Strahlen

Gleich drei Theorien hat Hans Oppliger, Bienenspezialist am landwirtschaftlichen Zentrum in Salez: «Ich könnte mir vorstellen, dass aus irgendeinem Grund die Orientierung gestört war. Möglich ist, dass sie irgendwo ein Nervengift bekamen. Eine weitere Variante könnte eine Linde sein, die es in unserer Gegend gibt. Sie produziert keinen Nektar, aber einen sehr guten Geruch. Die Bienen werden angezogen, finden keine Nahrung und schwirren sich zu Tode. Die dritte Theorie ist reine Mutmassung: Die Wellen von elektrischen Geräten stören die Bienen.»

War die Feuerwehr schuld?

Vergangene Woche musste die Berufsfeuerwehr St.Gallen ausrücken, um beim Roten Platz ein Bienennest zu entfernen. Wurde da etwa ein Gift eingesetzt? Michael Stark, Wachtmeister der Berufsfeuerwehr, sagt: «Wir setzen bei Bienen nur Wasser mit Lavendelduft ein. Das beruhigt die Bienen, sie sind ein bisschen träger und fliegen weniger schnell davon. Die Chance, dass wir so die Königin erwischen, ist grösser. Pestizide setzen wir nicht ein.»

So bleibt es vorläufig bei Theorien, wieso diese Bienen sterben mussten. Die Stadt St.Gallen verspricht, die Situation im Auge zu behalten und will bei einem weiteren Massensterben einen Spezialisten hinzuziehen.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 25. Mai 2020 19:06
aktualisiert: 26. Mai 2020 08:08