Grossveranstaltungen

Regierung ist «skeptisch» – wohl keine Fasnacht im Kanton St.Gallen

Linda Aeschlimann, 18. September 2020, 10:58 Uhr
Die St.Galler Regierung sieht für die Fasnacht 2021 schwarz.
© FM1Today/Stefanie Rohner
Ab 1. Oktober sind Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen wieder erlaubt. Nun hat die St.Galler Regierung den Umgang mit Grossveranstaltungen festgelegt. Düster sind die Aussichten für die fünfte Jahreszeit – die Fasnacht.

Eine Grossveranstaltung, also ein Event mit mehr als 1000 Personen, benötigt eine Bewilligung des Kantons. Nun hat die St.Galler Regierung die Zuständigkeiten festgelegt und den Bewilligungsprozess definiert.

Schwierigkeit Schutzkonzept

Das Ganze sei keine einfache Sache, sagt Regierungspräsident Bruno Damann auf Anfrage von FM1Today. «Für Grossveranstaltungen ist es schwierig, ein Schutzkonzept zu erstellen, welches am Ende auch wirklich hält.» Besonders kompliziert dürfte bei Grossveranstaltungen die Umsetzung des Contact Tracings werden.

Fasnacht steht auf der Kippe

Schwarz sieht der Regierungspräsident unter anderem für die Fasnacht im Kanton St.Gallen: «Ich bin skeptisch, dass es in diesem Jahr Fasnachtsumzüge geben wird. Eine Durchführung ist alles andere als einfach.»

Ein Schutzkonzept für einen Fasnachtsumzug zu erstellen, bringe viele Hürden mit sich. Die Veranstalter müssten unter Umständen Tribünen aufstellen, damit man nachvollziehen kann, wer wo gesessen und allenfalls in Kontakt mit einer infizierten Person gekommen ist. «Das ist natürlich ein riesiger Aufwand und deshalb bin ich skeptisch.»

St.Gallen-Fans dürfen ins Stadion

Bessere Prognosen hat die St.Galler Regierung für die Sportjunkies – besonders für die Fussball- und Eishockeyfans. Der FC St.Gallen und die Behörden haben sich am Donnerstag an einer Sitzung getroffen. «Dabei ist das Schutzkonzept so angepasst worden, dass wir mit grosser Wahrscheinlichkeit den Antrag bewilligen können», sagt Damann. Das Gesuch liegt zwar noch nicht auf dem Tisch der St.Galler Regierung. Die Bewilligung dürfte aber nur noch reine Formsache sein.

Weihnachtsmarkt ist Sache der Stadt

Weiterhin nicht unter den Begriff «Grossveranstaltungen» fallen, gemäss der Covid-19-Verordnung des Bundes, Märkte, Messen und Gewerbeausstellungen. «Das ist für uns ein gewisses Problem. Zwar benötigen diese Veranstaltungen auch ein Schutzkonzept, aber diese Events können auf Stufe Gemeinde bewilligt werden», sagt der St.Galler Regierungspräsident.

So entscheidet beispielsweise die Stadt St.Gallen über die Durchführung des St.Galler Weihnachtsmarktes. Sie muss entscheiden, ob und wie der Weihnachtsmarkt durchgeführt wird. Ob ein sicheres Schutzkonzept, beispielsweise rund um die Glühweinstände, überhaupt möglich ist, bleibt im Moment noch fraglich.

Viele Anträge erst im nächsten Jahr

Die Lockerung für Grossveranstaltungen bringt dem Gesundheitsdepartement viel zusätzliche Arbeit. Dass die St.Galler Behörden aber nun mit Anträgen überhäuft werden, glaubt Damann nicht. «Besonders in dieser Jahreszeit sind tendenziell weniger Anlässe. Ich glaube, mehr Anträge werden dann für den Frühling und Sommer gestellt.»

Das St.Galler Gesundheitsdepartement behält sich zudem vor, einer Veranstaltung die Bewilligung wieder zu entziehen oder weitere Auflagen zu erteilen, falls sich die epidemiologische Lage verschlechtern würde.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 18. September 2020 11:23
aktualisiert: 18. September 2020 10:58