Flugverkehr

Reisebüros fürchten sich vor möglichem Streik

19. Oktober 2022, 11:35 Uhr
Die Pilotinnen und Piloten der Swiss stehen momentan ohne GAV da. Ende Oktober soll es nochmals zu Verhandlungen mit der Swiss kommen. Sollten diese scheitern, könnte es zum Streik kommen. Die Reisebüros hoffen, dass es zu einer Einigung kommt.

Quelle: TVO

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Bleiben die Flugzeuge der Swiss Ende Oktober am Boden oder nicht? Diese Frage beschäftigt momentan nicht nur viele Reisende, sondern auch die Reisebüros. Denn fallen die Flüge aus, bedeutet das für sie einen massiven Mehraufwand.

Ausweichmöglichkeiten wären vorhanden

«Wir müssten Alternativen für unsere Kunden suchen», erklärt Jörg Waldvogel, Inhaber des Reisebüros Chrisway Travel, gegenüber TVO. Die Branche gehe momentan davon aus, dass vor allem Flüge innerhalb Europas vom Streik betroffen wären. «Für die meisten Destinationen wird es Ausweichmöglichkeiten geben», fährt Waldvogel fort. Wenn dies nicht möglich sei, müsste die Reise verschoben werden oder der Kunde zurücktreten.

Er hofft, dass es am runden Tisch zwischen den Piloten und der Swiss. Dieser findet am kommenden Wochenende statt. Die Forderungen der Piloten sind bekannt: Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, dass die Swiss mit eigenem Personal wächst und ein Teuerungsausgleich.

Forderungen für Swiss zu hoch

Für die Fluggesellschaft sind diese Forderungen zu einschneidend, wie die Swiss gegenüber TVO schriftlich mitteilt. Zwar sei man weiterhin zu Gesprächen bereit, man müsse aber aufeinander zugehen. Die Forderungen würden die Cockpitpersonalkosten von rund einer Milliarde Franken um total 200 Millionen Franken über die vereinbarte Laufzeit von vier Jahren erhöhen. Zudem seien die Pilotinnen und Piloten im industrieweiten und unternehmensinternen Vergleich sehr gut gestellt. Bei Aeropers heisst es zu 200 Millionen Franken, das sei eine Phantasiezahl, die von der Swiss «allein zu Zwecken der Propaganda» verbreitet werde.

Waldvogel hofft, dass es am runden Tisch zu einer Einigung kommt. Denn für ihn sei der Streik das letzte Mittel: «Es geht letztlich um die Kunden, und diese würden darunter leiden.»

(red.)

Quelle: TVO
veröffentlicht: 18. Oktober 2022 20:00
aktualisiert: 19. Oktober 2022 11:35