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Rheintal: 46-Jähriger tickte bei Grenzkontrolle komplett aus

Rheintal

Mit Koks unterwegs und «von Mafia verfolgt»: 46-Jähriger tickte bei Kontrolle komplett aus

27.02.2024, 17:46 Uhr
· Online seit 19.02.2024, 10:43 Uhr
Weil ein Autofahrer beim Passieren des Grenzübergangs zwischen Au und Österreich mit dem Handy telefonierte, wollten ihn die Beamten kontrollieren. Dabei stellte sich heraus, dass der 46-Jährige fahrunfähig und mit Drogen im Auto unterwegs war. Als ihn die Grenzwächter deshalb zur Einvernahme mitnehmen wollten, tickte er komplett aus – jetzt ist er bestraft worden.
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Eigentlich wollten die Beamten des Grenzwachkorps bei Au im Rheintal den Mann bei besagtem Fall im März 2021 nur anhalten und büssen, weil er während dem Autofahren mit dem Handy telefonierte. Doch aus der vermeintlichen Routineübung wurde eine nervenaufreibende Angelegenheit: Vorderhand stellte sich bei der Kontrolle heraus, dass der 46-Jährige ohne Führerschein unterwegs war, dieser wurde ihm bereits früher entzogen. Dann fanden die Beamten im Auto sowohl Kokain als auch einen Schlagring, wie «20 Minuten» schreibt.

Er sollte mit auf den Posten – und tickte dann komplett aus

Aus diesem Grund zog die Grenzwache die Kantonspolizei St.Gallen bei. Weil der Mann äusserst nervös wirkte und behauptete, dass er und seine Frau, angeblich ein Pornostar, von der Mafia verfolgt würden, entschieden die Polizisten, ihn auf den Posten nach Thal mitzunehmen. Doch mit diesem Gedanken konnte sich der 46-Jährige nicht anfreunden. Auf der Fahrt zum Polizeistützpunkt wurde er immer nervöser – und fing an, wild um sich zu schlagen und zu schreien. Als er nach der Dienstwaffe eines der Polizisten griff, stoppten diese auf dem Pannenstreifen auf der Autobahn das Fahrzeug.

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Trotz Taser auf die Autobahn gelaufen

Dort wollten die Polizisten den Mann am Boden fixieren – obwohl er anfänglich Folge zu leisten schien, schlug er im Anschluss erneut wild um sich und schliesslich auch auf die Polizisten ein. Diese setzten deshalb ihren Taser ein. Obwohl er mehrfach getroffen wurde, ging er nicht zu Boden – im Gegenteil: Der 46-Jährige versuchte nun, Autos auf der Autobahn anzuhalten. Er lief dabei vom Pannenstreifen auf die Überholspur. Die Polizeibeamten konnten den Verkehr zwar rasch anhalten, doch unter Kontrolle brachten sie den Mann erst mit Verstärkung und als sie ihn wieder auf den Pannenstreifen zerren konnten.

Ausgestanden war die Situation aber immer noch nicht. Im aufgebotenen Gefangenentransporter wütete der Mann weiter, durchschlug gar eine Trennwand und kletterte innerhalb des Fahrzeugs in eine andere Zelle. Als er letzten Endes doch noch ruhiggestellt werden konnte, wurde er zu einem Arzt gebracht. Dieser ordnete die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik an.

Mit Geldstrafen davongekommen

Gut drei Jahre später wurde der 46-Jährige jetzt für sein Verhalten in besagter Nacht bestraft. Er muss laut Strafbefehl unter anderem wegen Gewalt gegen Beamte, Sachbeschädigung und diversen Verkehrsdelikten eine Geldstrafe von 8000 Franken bezahlen, inklusive Bussen und Verfahrenskosten. Der Strafbefehl ist noch nicht rechtskräftig.

veröffentlicht: 19. Februar 2024 10:43
aktualisiert: 27. Februar 2024 17:46
Quelle: FM1Today

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