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Richter sind für einmal Schauspieler

Laurien Gschwend, 8. September 2018, 20:41 Uhr
Normalerweise bedeutet es kaum etwas Positives, wenn man zu einer Gerichtsverhandlung geladen wird. Am Samstag war für einmal niemand ernsthaft angeklagt – das St.Galler Kantonsgericht lud zum Tag der offenen Tür.
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Maria Montez soll im Ausgang Streit mit einem Mann gehabt haben und mit einem Messer auf ihn losgegangen sein – deshalb steht sie am Samstag vor dem Kantonsgericht St.Gallen. Was nach einer ernsten Angelegenheit klingt, ist allerdings nur eine fiktive Verhandlung. Eine Gerichtsmitarbeiterin stellt sich als Angeklagte zur Verfügung.

«Ganz neue Erfahrung»

Richterin Nicole Christen übt sich ebenfalls als Schauspielerin und lässt sich von ihrem fiktiven Ehemann «scheiden». Es sei eine «ganz neue Erfahrung gewesen», einmal auf der anderen Seite zu sitzen. Scheidungen machen einen Grossteil der rund 14'000 Verhandlungen pro Jahr am Kantonsgericht St.Gallen aus.

«Vertrauen erhalten»

Das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Gerichte sei hoch, das habe kürzlich eine Studie der Zürcher ETH gezeigt, sagt Gerichtspräsident Patrick Guidon gegenüber TVO. «Dieses Vertrauen muss man auch erhalten.» Es sei wichtig, der Bevölkerung zu zeigen, wie ein solcher Prozess abläuft.

Wie die zahlreichen Besucherinnen und Besucher den Tag der offenen Tür wahrgenommen haben, erfährst du im TVO-Beitrag.

Laurien Gschwend
Quelle: red.
veröffentlicht: 8. September 2018 20:41
aktualisiert: 8. September 2018 20:41