Häggenschwil

Sanierungsarbeiten der Ruine Ramschwag gehen voran

Yasmin Stamm, 13. September 2022, 13:37 Uhr
Seit März wird die Ruine Ramschwag in Häggenschwil nun saniert. Die Arbeiten gehen gut voran und die ehemalige Burg soll schon diesen Herbst in neuem Glanz erscheinen.
Die Ruine Ramschwag wird saniert
© Tagblatt/Ralph Ribi
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Die Ruine Ramschwag ist die am besten erhaltene Ruine zwischen Wil und dem Bodensee. Als Wahrzeichen von Häggenschwil ist sie ein beliebtes Ziel für Wanderer, Familien oder auch Schulklassen. Doch die Sicherheit der Besucher war nicht mehr gewährleistet, weswegen sich die Gemeinde für eine Sanierung der alten Burg entschied.

Um den weiteren Zerfall der Ruine zu verhindern, wurden im März 2022 die Sanierungsarbeiten aufgenommen. Über den ganzen Sommer wurde gearbeitet und nun soll im Herbst die Burg wieder für Besucher zugänglich sein.

Spezialisten, Archäologen und Helikopter

Während der Sanierung wurden keine Kosten und Mühen gespart. Um das Baumaterial auf die steile Anhöhe zu schaffen, wo die Ruine Ramschwag thront, mussten Helikopter eingesetzt werden. «Wir werden mindestens 100 Helikopterflüge bauchen», sagte Massimo Giacomazzi, Bauführer und Leiter einer Spezialequipe der Baufirma Stutz, kurz vor Baubeginn gegenüber dem «St.Galler Tagblatt».

Die Ruine wurde als Denkmal von nationaler Bedeutung eingestuft. Daher musste die Sanierung auch von Archäologen, Denkmalschützerinnen und Burgspezialisten begleitet werden. Um herausgefallene Steine zu ersetzen, wurden spezielle Steine aus dem Rhein angeschafft und auf ihre Standhaftigkeit überprüft. Auch wird die Ruine nicht mit normalem Zement repartiert, sondern mit einem speziellen Mörtel, welcher schon im Mittelalter verwendet wurde.

Dank des schönen Wetters und der Hilfsbereitschaft der Ortsansässigen konnten die Bauarbeiten gut vorangehen. So kann das planmässige Bauende auch eingehalten werden.

Eine neue Aussichtsplattform

Laut «St.Galler Tagblatt» liess sich Hans-Peter Eisenring, Projektleiter der Sanierung, in verschiedenen Burgen inspirieren, um Ramschwag künftig besser zu vermarkten. So entstand die Idee einer Aussichtsplattform, mit welcher man über eine Spindeltreppe innerhalb des Turms bis zur Burgkrone gelangt. Von dort aus habe man eine «atemberaubende Aussicht». Die Plattform sei jedoch erst im Frühling 2023 geplant.

Ebenfalls möchte Eisenring die Parkplatzsituation verbessern, da diese noch unbefriedigend sei. Momentan müsse man das Auto noch bei einem Landwirt abstellen und fünf Franken bezahlen. Man solle jedoch die Burg besser zu Fuss oder mit dem Fahrrad besuchen.

Blutrünstige Ritter

Laut der Gemeinde Häggenschwil wurde vor ungefähr 800 Jahren das erste Mal von der Burg Ramschwag berichtet. In der Konstanzer Urkunde von 1167 berichten Bewohner von dem schlechten Ruf des verhassten Geschlechts Ramschwag.

Sie überfielen im 13. Jahrhundert verschiedene Städte, brannten sie nieder und erhängten unschuldige Bürger, um ihre Macht zu demonstrieren. Die Ramschwager Herren waren damals die gefürchtetsten der heutigen Ostschweiz.

Durch eine Niederlage in 1292 sowie vielen Streitigkeiten mit anderen Adeligen und dem Kloster brach die Macht der Ramschwager langsam zusammen. Sie verliessen ihre Burg in Häggenschwil und verarmten im 15. Jahrhundert schlussendlich ganz. Über die Jahre verwitterte die Burg immer mehr und Teile davon stürzten in die Sitter.

Yasmin Stamm
Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 13. September 2022 19:15
aktualisiert: 13. September 2022 19:15