Anzeige

Schranke durchbrechen, statt stehen bleiben

Stefanie Rohner, 17. Januar 2019, 17:49 Uhr
Der Unfall am Bahnübergang Uster vom Mittwoch hätte viel schlimmer ausgehen können für die Frau, die mit dem Auto auf dem Gleis stand. Ein Helfer versuchte noch, das Auto umzuparken. Doch eigentlich hätten die Betroffenen anders handeln müssen.
Beim Unfall wurde eine Person leicht verletzt.
© FM1Today-Leserreporter

«Es ist natürlich eine absolute Notsituation, wenn man mit dem Auto zwischen den Bahnschranken feststeckt. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie man richtig reagiert», sagt Gian Andrea Rezzoli, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen.

Entweder, so sagt er, fahre man weiter, durchbreche also die Bahnschranke. Oder, wenn das Auto nicht mehr fährt, müsse man es umgehend verlassen und sich in Sicherheit bringen. «Dann muss man versuchen, die Bahn zu warnen, damit der Zug vielleicht noch halten kann», sagt Rezzoli.

Die beste Möglichkeit sei aber wirklich, mit dem Auto durch die Schranke zu fahren. «Die Bahnschranken haben Sollbruchstellen und es ist deshalb gut möglich, sie mit dem Auto zu durchbrechen», sagt Rezzoli.

In beiden Fällen sei es wichtig, umgehend die Polizei zu informieren.

Das besagte Video:

Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Sachschaden bei Durchbrechen der Schranke geringer

Der Sachschaden, so sagt der Mediensprecher der Kantonspolizei, sei nach einem Durchbruch geringer, ebenso die Gefahren. Denn nicht nur für den betroffenen Autofahrer ist es äusserst gefährlich, auch für den Zug und dessen Passagiere.

«Der Zug kommt mit einer gewissen Geschwindigkeit. Und wenn das Auto unter den Zug gerät, kann es sein, dass der Zug entgleist. Unter Umständen würde es dann auch Verletzte im Zug geben», sagt Rezzoli.

Gian Andrea Rezzoli, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen. Bild: zVg

Zug durch Auflieger des LKWs leicht entgleist

In der Regel gilt beim Feststecken zwischen Bahnschranken die gleiche Busse, wie wenn ein Rotlicht überfahren wird. Das Bussgeld beträgt 250 Franken. «Welche weiteren Konsequenzen ein solcher Vorfall hat, muss vor Ort geklärt werden. Zuerst ist es das Wichtigste, sein Leben zu schützen. Ein Sachschaden kann bezahlt werden», sagt Rezzoli.

In der Ostschweiz gab es bereits ähnliche Unfälle. Rezzoli selbst war einmal an einem solchen Schauplatz: «Der Auflieger eines Lastwagens blieb auf dem Gleis stehen. Der Chauffeur fuhr ebenfalls nicht weiter. Als der Zug in den Auflieger prallte, ist er ein Stück weiter leicht entgleist. Der Sachschaden war riesig», sagt Rezzoli.

Das Fazit ist also klar: Wenn es möglich ist, soll man die Bahnschranke durchbrechen. Fährt das Auto nicht mehr, dann gilt es, auszusteigen und die Polizei zu alarmieren. Auch wenn man helfen will: Der Mann in Uster hatte grosses Glück, dass er mit einem Schreck und leichten Verletzungen davongekommen ist.

Stefanie Rohner
Quelle: str
veröffentlicht: 17. Januar 2019 17:49
aktualisiert: 17. Januar 2019 17:49