12. St.Galler Sportpreis

Simon Ehammer gewinnt den St.Galler «Sportoskar»

5. September 2022, 21:43 Uhr
Leichtathlet Simon Ehammer gewinnt den zwölften St.Galler Sportpreis in der Hauptkategorie. Als beste Nachwuchsathletin wird Aline Höpli ausgezeichnet. Sandra Graf erhält den Ehrenpreis.
Zehnkämpfer Simon Ehammer (rechts) nimmt im Pfalzkeller den St.Galler Sportpreis entgegen.
© St.Galler Tagblatt/Ralph Ribi

Wie steil der Weg von Simon Ehammer an die Weltspitze verlief, zeigt ein Blick auf die Siegerliste des St.Galler Sportpreises. Erst vor zwei Jahren gewann er die Auszeichnung als bester Nachwuchssportler. Nun also in der Hauptkategorie, wie das «St.Galler Tagblatt» berichtet. «Dieser Preis hat einen grossen Stellenwert für mich», sagte der Appenzeller. Im zurückliegenden Jahr reihte der 22-Jährige Höhepunkt an Höhepunkt.

Es begann mit der Silbermedaille im Siebenkampf an der Indoor-WM in Belgrad im März. Zwei Monate später gelang ihm während des Zehnkampfes von Götzis ein Fabelsprung auf 8,45 m. Dies brachte ihm sowohl den Schweizer Rekord als auch den Weltrekord im Rahmen eines Zehnkampfes ein. Den prestigeträchtigen Wettkampf in Götzis beendete er schliesslich auf dem hervorragenden dritten Rang – mit einem Schweizer Rekord von 8377 Punkten.

Er bleibt «Spezialist» im Zehnkampf

Seine Leistungen brachten ihm zweimal das Prädikat Europas Athlet des Monats ein. Doch es sollte noch besser kommen. An der WM in Eugene holte der eigentliche Zehnkämpfer Ehammer im Weitsprung Bronze und düpierte somit einige Spezialisten. Vor wenigen Wochen lieferte der Appenzeller dann auch in seiner Kerndisziplin ab und wurde an der EM in München Zweiter – erneut mit Schweizer Rekord. Diesmal steigerte er die Marke auf 8468 Punkte. Auf die Frage, ob in Zukunft einmal der Fokus nur auf dem Weitsprung liegen werde, antwortete der 22-Jährige: «Ich bin Spezialist im Zehnkampf.» Damit hatte er die Lacher des Publikums auf seiner Seite, muss er doch nicht weniger als zehn Disziplinen beherrschen. Ehammer bedankte sich bei seinem Umfeld und vor allem seinen Trainern. «Am liebsten würde ich den Preis in Stücke schneiden und jedem einen Teil davon geben.»

Sandra Graf und Aline Höpli ebenfalls geehrt

Der Ehrenpreis ging an die im vergangenen Jahr zurückgetretene Paracycling-Athletin Sandra Graf. Die 52-Jährige hat sich über lange Jahre im internationalen Rollstuhlsport an der absoluten Spitze gehalten. An insgesamt sieben Olympischen Winter- und Sommerspielen (Rennrollstuhl und Handbike) hat sie die Farben der Schweiz erfolgreich vertreten. An den Paralympics 2012 in London fuhr sie mit dem Handbike zu Gold im Einzelzeitfahren und mit dem Rennrollstuhl zu Bronze im Marathon. Ehrenpreisträgerin Graf zeigte sich gerührt und bedankte sich bei ihrem Mann Martin, der den ganzen Weg mit ihr gegangen sei.

In der Nachwuchskategorie setzte sich Skifahrerin Aline Höpli gegen Fussballer Alessio Besio vom FC St.Gallen und Leichtathlet Andrin Huber durch. Höpli kämpfte sich nach drei schweren Knieverletzungen zurück und stieg neulich ins B-Kader von Swiss-Ski auf.

Quelle: St.Galler Tagblatt/Ives Bruggmann
veröffentlicht: 5. September 2022 21:43
aktualisiert: 5. September 2022 21:43
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