Kreisgericht St.Gallen

Situation eskalierte: Mann schlägt Pferd und Reiterin mit Peitsche

22. Februar 2022, 10:50 Uhr
Wegen eines knappen Bremsmanövers touchiert ein Autofahrer eine Reiterin am Knie. Als sie daraufhin mit der Reiterpeitsche auf die Motorhaube schlägt, verliert der Mann die Fassung, wird verbal und tätlich ausfällig. Am Dienstag ist der Fall vor Kreisgericht.
Der Autofahrer riss der Reiterin die Peitsche aus der Hand. (Symbolbild)
© getty

Zu gegenseitigen Anzeigen führte die Eskalation einer Auseinandersetzung im März 2020. Eine Frau war damals zusammen mit ihrem Freund und zwei Pferden auf einer engen Landstrasse bei Grub SG unterwegs.

Zur gleichen Zeit näherte sich ein Geländewagen mit hoher Geschwindigkeit, schreibt 20 Minuten, gestützt auf den Strafbefehl. Der Lenker des Geländewagens habe sein Fahrzeug so knapp vor der Reiterin abgebremst, dass er diese noch am Knie touchierte. Sie soll sich daraufhin auf der Motorhaube abgestützt und mit der Peitsche einmal darauf eingeschlagen haben.

Lenker dreht komplett durch

Der Autofahrer soll die Frau daraufhin aufs Übelste beleidigt und sie «Schlampe, dumme Futz, Hure, Drecksschlampe und blöde Kuh» genannt haben. Dabei habe er auch das Pferd geschlagen, bevor er der Frau die Peitsche aus der Hand gerissen haben soll.

Dies um wohl weiter auf das Pferd einzuschlagen, er traf aber die Frau, welche sich schützend vor das Tier stellte. Er traf sie mit der Peitsche an den Unterarmen. Auch der Freund der Frau wurde vom Autofahrer beleidigt und ihm wurden Schläge angedroht.

Gerichtsverhandlung wegen Einsprüchen

Sowohl der Autofahrer und die Reiterin zeigten sich nach dem Vorfall bei der Polizei an – und mit den daraus resultierenden Strafbefehlen nicht einverstanden. Die Frau wurde wegen Sachbeschädigung zu einer bedingten Geldstrafe von 2000 Franken und einer Busse von 400 Franken verurteilt.

Der Mann hingegen soll laut Strafbefehl wegen Nötigung, mehrfacher Beschimpfung, Drohung und Tätlichkeiten eine Busse von 1200 Franken bezahlen – dazu bedingt eine Geldstrafe von 4000 Franken.

Die Gerichtsverhandlung vor dem Kreisgericht St.Gallen erfolgt am Dienstag, weil beide mit dem Strafbefehl nicht einverstanden waren und dagegen Einsprache erhoben haben.

(thc)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 22. Februar 2022 11:08
aktualisiert: 22. Februar 2022 11:08
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