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Toggenburg

Skifahrer lassen sich vom Bergbahnenstreit nicht abhalten

7. Januar 2020, 17:58 Uhr
Blauer Himmel, Sonne und Schnee: Diese Kombination führte in vielen Schweizer Skigebieten dazu, dass die Saison überragend startete. So auch im Toggenburg. Trotz des Ausfalls des gemeinsamen Tickets, konnten in Wildhaus mehr Eintritte als letztes Jahr verkauft werden.
Die Pisten im Toggenburg waren über die Festtage voll.
© zVg

Gespräche in der Gondel oder auf dem Sessellift werfen kein gutes Licht auf die beiden Skigebiete im Toggenburg, Wildhaus und Chäserrugg. Obwohl der Streit von vielen nicht verstanden und weiterhin hinterfragt wird, hindert es die Menschen nicht daran, im Toggenburg Ski zu fahren.

7,5 Prozent mehr Eintritte in Wildhaus

Das Prachtswetter über die Festtage sorgte für volle Kassen und unerwartet gute Zahlen. «Wir sind mit den Ergebnissen über die Festtage sehr zufrieden», sagt Urs Gantenbein, Geschäftsführer der Bergbahnen Wildhaus. Die Ferienkonstellation, die Pisten- und Wetterverhältnisse seien ideal gewesen und hätten dazu geführt, dass in dieser Saison bis Ende Jahr rund 7,5 Prozent mehr Ersteintritte als letztes Jahr verbucht werden konnten. «Damit haben wir unser Ziel übertroffen», sagt Gantenbein.

Auch mit den Aboverkäufen sind die Wildhauser zufrieden. Über 2000 Kunden hätten sich für ein Abonnement der Bergbahnen Wildhaus entschieden. Die Abozahlen der letzten Jahre, als die Skigebiete noch ein gemeinsames Abonnement hatten, wurden jeweils nicht veröffentlicht.

Die Bahnen am Chäserrugg geben keine Zahlen bekannt

Sehr zufrieden sind auch die Toggenburg Bergbahnen mit dem Geschäft über die Festtage. Die guten Verhältnisse hätten viele Besucher auf den Chäserrugg und durch die Wälder zum Iltios oder Sellamatt geführt. «Die Skischule war ausgebucht», schreibt Alex Singenberger, Mediensprecher der Toggenburg Bergbahnen, «das Geschäftsaufkommen ist erfreulich angestiegen, sowohl im Transport, in der Skischule und in der Gastronomie.» Zahlen werden von Singenberger keine genannt: «Dazu ist es noch zu früh. Wir rechnen immer erst Ende Saison ab.» 

Dass viele Skigebiete die Zahlen der Festtage bekannt gaben, können die Toggenburg Bergbahnen nicht verstehen. «Wir haben das nicht nötig. Es wirft einen unvollständigen Blick auf das Geschäft. Bei uns geht eine Saison von Ende November bis Juni», sagt Singenberger.

«Werden uns weiterhin für gemeinsames Ticket einsetzen»

Ob durch die Trennung der Skigebiete die Umsatzzahlen zurück gehen, sei derzeit schwierig zu einzuschätzen, sagt Urs Gantenbein von den Bergbahnen Wildhaus: «Die Verbindungspisten zwischen dem Chäserrugg und Wildhaus wären, selbst wenn es ein regionales Ticket gäbe, nach wie vor geschlossen.» Es brauchte in der Vergangenheit einiges an Naturschnee, damit die Verbindungspisten befahrbar wurden – und dieser fehle derzeit noch.

Obwohl das Geschäft bei den Wildhausern bis anhin trotz separatem Ticket gut laufe, bedauern die Bergbahnen Wildhaus den Wegfall des regionalen Tickets nach wie vor: «Wir werden unseren bisher leider erfolglosen Kampf um ein regionales Ticket weiterführen», sagt Urs Gantenbein.

(abl)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 8. Januar 2020 05:38
aktualisiert: 7. Januar 2020 17:58