Pizol/Graubünden

Skisaison: «Ein Wechselbad der Gefühle»

6. April 2021, 10:38 Uhr
Die Skigebiete im FM1-Land durften in den vergangenen Monaten mit Schutzkonzepten offen bleiben – doch der grosse Gästeansturm blieb aus. Richtig zufrieden sind die Betreiber zum Saisonende nicht.

Am Ostermontag konnten in vielen Skigebieten die letzten Abfahrten gemacht werden – unter anderem am Pizol. Das schöne Osterwetter habe nochmals einige Leute auf die Piste gezogen, freut sich Klaus Nussbaumer, CEO der Pizolbahnen. «Somit können wir einen versöhnlichen Saisonabschluss verzeichnen.»

«Ein blaues Auge»

Die Eintritte sind laut Bilanzmitteilung vergleichbar mit der Saison 2019/2020. Was angesichts der anhaltenden Coronalage «sehr erfreulich» sei. Weniger schön: Im Fünf-Jahres-Durchschnitt schneidet die zu Ende gegangene Wintersaison 2020/2021 laut Nussbaumer mit einem Minus von zwölf Prozent ab. Dies führe bei einem Fixkostengeschäft, wie es Bergbahnen sind, unweigerlich zu einem Verlust. «Im Vergleich zu anderen Gebieten oder dem nahen Ausland kommen wir aber mit einem blauen Auge davon», sagt Nussbaumer.

Warten auf (weitere) Härtefallgelder

Eine genaue Bilanz des Geschäftsjahres 2020/2021 kann am Pizol noch nicht gezogen werden. Mehrere Abrechnungen sind noch offen. «Erfreulich ist, dass wir vom Kanton für den Gastrobereich bereits Härtefallgelder erhalten haben», sagt Nussbaumer. Für die Pizolbahnen wurde ebenfalls ein Härtefallgesuch eingereicht. «Ob wir Geld erhalten und in welcher Höhe, ist noch offen.» Wie gut das Unternehmen letztlich abschneidet, hängt laut dem CEO «stark von den Härtefallgeldern ab».

Das Skigebiet Flumserberg verzeichnete vergangene Saison 25 Prozent weniger Besucherinnen und Besucher. Grund ist die Pandemie – viele Gäste hätten sich trotz des schneereichen Winters zurückhaltender gezeigt. «Auch fehlte es an Gemütlichkeit, da zusätzlich zu den geschlossenen Restaurants auch die Terrassen geschlossen bleiben mussten.»

Starker Rückgang in Graubünden

Die Saison in Graubünden geht auch nach Ostern weiter. So sind beispielsweise die Lifte in Arosa Lenzerheide und Davos bis 11. April geöffnet, im Engadin bis Ende Monat. Der März war für die Bündner Bergbahnen ernüchternd: Sie verzeichneten 24,4 Prozent weniger Gäste gegenüber dem März 2019 (wegen des Lockdowns im letzten März wurden die Zahlen nicht mit 2020 verglichen). Es handelt sich um die geringste Anzahl Gäste der letzten zehn Jahre.

(pd/lag)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 6. April 2021 10:44
aktualisiert: 6. April 2021 10:38