FC Abtwil

«So etwas wünscht man niemandem»

23. September 2020, 15:53 Uhr
Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: TVO

Der FC Abtwil-Engelburg zieht nach dem Blitzeinschlag mit 14 verletzten Junioren Konsequenzen. In Zukunft sollen Spiele bei Gewitter direkt abgebrochen werden, sagt der Vize-Präsident des Vereins, Roger Wagner.

Roger Wagner, was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie von dem Blitzeinschlag gehört haben?

Das ist etwas vom Schlimmsten, was man am Telefon erfahren kann. Im ersten Moment war ich schockiert. Viele Informationen hatte ich zu Beginn nicht. Man hofft natürlich, dass es nicht zu schlimm ist. In Gedanken sind wir bei allen Angehörigen und bei den Spielern natürlich. Ich bin selbst Familienvater und wenn man sieht, dass ein Blitz einschlägt und Spieler verletzt sind, ist dies ein riesiger Schock. So etwas wünscht man niemandem. Deshalb sind wir froh, dass es zum jetzigen Zeitpunkt allen gut geht.

Hätte man den Vorfall verhindern können?

Es war sicher Pech. Jeder hat schon einmal ein Gewitter erlebt. Es ist immer die Frage, wie man handelt. Viele Dinge sind zusammengekommen. Die Ermittlungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft werden mehr Aufschluss über den Hergang geben. Ich glaube, es war höhere Gewalt.

Hätte der Schiedsrichter das Spiel abbrechen müssen?

Dazu möchte ich mich nicht äussern. Die Staatsanwaltschaft und die Polizei werden in den nächsten Wochen weitere Abklärungen treffen.

Welche Lehren zieht der FC Abtwil aus diesem Vorfall?

Beim nächsten Gewitter werden wir sicher hineingehen. Wenn man dies so hautnah miterlebt, wird man ein Spiel bei einem Gewitter in Zukunft direkt abbrechen.

Stehen Sie in Kontakt mit dem Trainer und wissen, wie es der Mannschaft geht?

Natürlich. Die Polizei, die Rettung und das Care-Team haben eine sensationelle Leistung erbracht. Die Spieler und die Trainer wurden im Nachhinein betreut und es wurden Gespräche geführt. Auch in nächster Zeit bleiben wir im Austausch mit den Spielern, den Eltern und dem FC Münsterlingen. Das ist uns ein grosses Anliegen.

Wissen Sie, ob die Spieler noch unter Schock stehen oder wieder in die Schule können?

Vom Care-Team wurde empfohlen, dies individuell zu bewerten. Man soll sich nicht zu schade sein, nicht in die Schule zu gehen, wenn man es noch nicht verarbeitet hat. Trotzdem ist es gut, wenn man weitermachen kann und einen gewohnten Tagesablauf hat.

Findet das nächste Training vom Donnerstag statt?

Beim nächsten Training versuchen wir auch gemeinsam mit den Eltern, etwas zu machen. Wir wollen die Mannschaft begleiten. Ob das Training effektiv stattfindet, kann ich noch nicht sagen. Die Spieler müssen bereit sein.

(tle)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 23. September 2020 15:13
aktualisiert: 23. September 2020 15:53