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Kriessern

Socke, Flasche oder Alu: Hund Pepe apportiert Abfall

Krisztina Scherrer, 23. August 2021, 05:59 Uhr
Pepe apportiert gern, und zwar nicht nur Stöckchen. Der Labrador und seine Besitzerin Esther Baumgartner-Jakober gehen zwei- bis dreimal in der Woche auf Abfalljagd. Und da kommt so einiges zusammen.
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Quelle: FM1Today

Ein BH, eine Socke und ein Haufen PET-Flaschen: Hund Pepe liest gerne Abfall auf. Seine Besitzerin Esther Baumgartner-Jakober und er sammeln seit diesem Jahr an verschiedenen Bach- oder Flussufern «Güsel». «Angefangen hat es am Zapfenbach beim alltäglichen Spaziergang», sagt die 59-Jährige. «Eines Tages hat er mir eine Maske und dann eine PET-Flasche gebracht. Ich war so positiv überrascht, dass ich ihm ein Leckerli gegeben habe.» Seither machen die beiden das.

Zwei bis dreimal die Woche auf Abfalljagd

Pepe trägt ein gelbes «Gstältli» und ist an der langen Leine. Heute sind die beiden in Hard am Rechten Rheindamm unterwegs. Ein schönes Naturschutzgebiet, mit Blick auf den Bodensee. Das «Gstältli» bedeutet, dass der Hund suchen und Abfall bringen soll. Baumgartner hat immer einen Sack dabei, wo der ganze Müll reinkommt. Pepe und sie gehen zwei bis dreimal in der Woche auf «Jagd». «Es soll Spass machen und ich möchte ihn nicht auf Leistung trimmen», sagt sie.

Heute kommt einiges zusammen: Eine Socke, ein BH, viele Bierdosen und PET-Flaschen, Plastik und Alu und ein Spielzeug-Lastwagen. Der Abfallsack von Esther Baumgartner-Jakober ist schnell voll. «Das Ekligste, was mir Pepe mal angezeigt hat, war ein verendeter Biber.» Das «Schönste» war ein iPod, sagt die 59-Jährige. «Der ist jetzt bei mir zu Hause.»

«Ich habe mir lange einen Hund gewünscht»

Pepe ist ein sechsjähriger Labrador. Seit er ein Welpe ist, lebt er bei Esther Baumgartner-Jakober und ihrem Mann in Kriessern. «Ich habe mir lange einen Hund gewünscht. Es hat aber lange nicht gepasst, weil ein Hund viel Zeit braucht und die wollte ich mir nehmen können.» Jetzt hat sie Zeit und diese Zeit nutzen die beiden, um die Umwelt von ein bisschen Abfall zu befreien.

Baumgartner-Jakober schaut genau, was ihr Pepe in die Schnauze nimmt. Wenn der Hund etwas erschnüffelt, was nicht zwischen seine Zähne darf, reagiert sie sofort. «Bäh, use», sagt sie dann und er folgt sofort. Ausserdem hilft die 59-Jährige ihrem Labrador beim Sammeln und zeigt ihm, welchen Abfall er mitnehmen kann.

Mit Abfalltouren ein Zeichen setzen

«Ich fülle das Morgenessen von Pepe in einen Beutel und dann gehen wir an den Ort, an dem wir erfolgreich Güsel sammeln können.» Die beiden sind bis zu zwei Stunden oder bis der Abfallsack voll ist, unterwegs. Baumgartner hat sich schon immer an Littering gestört. Durch das Sammeln mit Pepe sei ihr bewusst geworden, wie schnell man unbedacht Sachen wegwirft. «Wenn das jeder macht, wird unsere Umwelt flutartig verschmutzt.» Mit den Abfalltouren mit Pepe will sie ein Zeichen setzen: «Vielleicht gibt es Nachahmer, die dasselbe mit ihrem Hund machen», sagt sie.

Den Müll nimmt sie nicht mit nach Hause. «Den stelle ich immer zu den öffentlichen Abfallbehältern, die von der Gemeinde geräumt werden.» Nach über einer Stunde am Rheindamm sind Esther Baumgartner-Jakober und Pepe wieder beim Auto. Die beiden trifft man wohl bald wieder beim «Güsel» sammeln am Rhein. «Priorität hat aber unser Alltagsspaziergang, aber auch dort sammeln wir immer wieder Abfall auf.»

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 23. August 2021 05:59
aktualisiert: 23. August 2021 05:59