Spendenbetrüger treiben ihr Unwesen

Krisztina Scherrer, 25. Februar 2019, 11:03 Uhr
Trotz einer Lohnerhöhung auf dem Papier dürften die meisten Angestellten im kommenden Jahr unter dem Strich nicht mehr Geld im Portemonnaie haben. Schuld ist die Teuerung. (Themenbild)
Trotz einer Lohnerhöhung auf dem Papier dürften die meisten Angestellten im kommenden Jahr unter dem Strich nicht mehr Geld im Portemonnaie haben. Schuld ist die Teuerung. (Themenbild)
© KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER
In der Region Werdenberg-Sarganserland sind Spendenbetrüger unterwegs, die den Anschein machen, für Menschen mit Behinderung Geld zu sammeln. Procap warnt vor den Unbekannten.

Auf dem Weg vom Einkaufszentrum St.Margrethen zum Parkplatz wurde ich kürzlich angesprochen und aufgefordert, einen Spenden-Zettel zu unterschreiben. Ich winkte dankend ab und ging etwas schneller zu meinem Auto. Der Mann mit dem Zettel folgte mir, wendete sich aber nach ein paar Schritten ab und «überfiel» einen anderen Mann, der eigentlich gerade aus dem Auto steigen wollte. Ich beobachtete, wie er den Mann dazu drängte, den Zettel zu unterschreiben.

Betrüger erwecken den Anschein für Procap zu arbeiten

Keine Einzelfälle, aus der Region Werdenberg-Sarganserland gingen letzte Woche rund 20 Meldungen bei der Kantonspolizei St.Gallern ein. Die Unbekannten sind mit fingierten Unterlagen unterwegs und sammeln Spenden. Die Procap, der grösste Mitgliederverband von und für Menschen mit Behinderungen in der Schweiz, warnt nun auf der Homepage: «Leider gibt es ab und zu Berichte über Spendenbetrüger. Diese sprechen im Zug, auf der Strasse, an Bahnhöfen, in Einkaufszentren oder sogar an Haustüren Leute an und erwecken den Anschein, für Procap oder für Menschen mit Behinderungen zu sammeln. Teilweise präsentieren die Betrüger sogar Spendenlisten mit einer Kontaktadresse und dem Procap-Logo und bitten um Bargeld für Menschen mit Behinderungen.»

Verband sammelt keine Bargeldspenden

Nicole Fernandez, Leiterin der Geschäftsstelle Procap Sarganserland-Werdenberg in Sargans, sagt gegenüber dem Tagblatt: «Die vermeintlichen Spendensammler agierten mit einem gefälschten Formular, auf den das Procap-Logo gedruckt war. Unser Verband sammelt mit wenigen Ausnahmen keine Bargeldspenden.» Ausnahmen seien der in der Öffentlichkeit bekannte Verkauf von Schoggi-Herzen sowie die Haussammlung in einigen Regionen. Die Kantonspolizei St.Gallen bestätigt gegenüber dem Tagblatt, dass solche Bettler beziehungsweise Betrüger momentan vermehrt in der Region Werdenberg-Sarganserland unterwegs seien.

Wie die Procap die Leute auf die Spendenbetrüger sensibilisieren möchte, kannst du hier nachlesen.
Krisztina Scherrer
veröffentlicht: 25. Februar 2019 11:03
aktualisiert: 25. Februar 2019 11:03