Spital-Befürworter lancieren Petition

Laurien Gschwend, 4. Juni 2018, 10:47 Uhr
Sie wollen nicht, dass die neue Bettenstation schon bald wieder geschlossen wird: Der Förderverein des Spitals Wattwil hat eine Petition lanciert, um sich gegen die Sparpläne der St.Galler Spitalverbunde zu wehren.

Am Samstag spielten sich in Wattwil absurde Szenen ab: Während das Spital Tag der offenen Tür feierte und die neue Bettenabteilung einweihte, versammelten sich Gewerkschafter und besorgte Bürger, um gegen ebendiese Schliessung zu protestieren. Nun hat der Förderverein Regionalspital Toggenburg Wattwil die Petition «Pro Spital Wattwil» lanciert, um die Schliessung der stationären Abteilung zu verhindern.

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«Stationäre Versorgung ist entscheidend»

«Heute erneuert - morgen geschlossen? Nein!», heisst es auf der Webseite der Spital-Befürworter. «Die stationäre Grundversorgung und die Notfallversorgung durch das Spital Wattwil sind für die Bevölkerung der Region und für die Attraktivität der Region als Standort zum Leben, Wohnen und Arbeiten entscheidend», so eines der Argumente im öffentlichen Schreiben an den St.Galler Regierungsrat. Ein Spital für 85 Millionen Franken zu erneuern und es dann zu schliessen, sei «unverantwortlich und würde dem Willen der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger widersprechen».

Heidi Hanselmann, Regierungsrätin des Kantons St.Gallen, sagt gegenüber FM1Today, dass sie und ihre Kollegen den Vorschlag der Spitalverbunde, fünf Bettenstationen zu schliessen, in den kommenden Wochen prüfen werden. Es gebe viele offene Fragen. «Noch sind keine definitiven Entscheide gefallen.»

Wattwil als Ausnahme

Am Donnerstag gab der Verwaltungsrat der St.Galler Spitalverbunde bekannt, dass er die Bettenstationen in Altstätten, Flawil, Rorschach, Walenstadt und Wattwil schliessen möchte, um ein jährliches Defizit von 70 Millionen Franken auszugleichen. Während es in Altstätten, Flawil, Rorschach und Walenstadt schon in einem bis drei Jahren keine Betten mehr geben soll, ist laut VR-Präsident Felix Sennhauser geplant, die frisch renovierte Station im Toggenburg noch mindestens zehn Jahre zu erhalten.

Laurien Gschwend
Quelle: lag
veröffentlicht: 4. Juni 2018 10:47
aktualisiert: 4. Juni 2018 10:47