Geldspiele

St.Gallen erlaubt kleine Pokerturniere – Tombolas nicht mehr bewilligungspflichtig

5. Oktober 2020, 11:43 Uhr
Ab November sind im Kanton St.Gallen kleine Pokerturniere erlaubt. Für Tombolas und Lottoveranstaltungen von Vereinen braucht es keine Bewilligung mehr und das Verbot von Automaten für Geschicklichkeitsspiele, die auch Geldgewinne auszahlen, wird aufgehoben.
Ab November sind im Kanton St.Gallen kleine Pokerturniere ausserhalb der Casinos erlaubt. (Symbolbild)
© KEYSTONE/GAETAN BALLY

Die St.Galler Regierung setzt auf November verschiedene kantonale Anpassungen an das Gesetz über Geldspiele des Bundes in Kraft. Zu den Neuerungen gehört, dass künftig Pokerspiele um Geld auch ausserhalb von konzessionierten Spielcasinos zugelassen sind.

Höchsteinsatz von 200 Franken

Konkret erlaubt werden Pokerspiele in Turnierform mit Einsätzen von höchstens 200 Franken pro Spielerin oder Spieler. Es braucht dafür eine Bewilligung des Kantons. Im Gesuch muss unter anderem die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die Summe aller Startgelder oder die Dauer des Turniers angegeben werden.

Ab dem 1. November müssen lokale Vereine keine Bewilligungen mehr für ihre Tombolas und Lotterien einholen, mit denen sie sich teilweise finanzieren können. Damit entfielen auch die «recht hohen» Gebühren, wie es in der Mitteilung heisst. Die Grenze für solche Veranstaltungen liegt «bei der Plansumme von 50'000 Franken».

Verbot von Spielautomaten aufgehoben

Bisher galt im Kanton St.Gallen im Unterschied zu elf anderen Kantonen ein Verbot von Geschicklichkeits-Spielautomaten, die Geldbeträge auszahlen. Dieses wird nun aufgehoben. Neu ist dafür eine interkantonale Aufsichts- und Vollzugsbehörde zuständig.

Im Vorfeld der Anpassungen hatte sich die Regierung gegen die Aufhebung des Verbots ausgesprochen. Die Geräte versprächen einen sofortigen Gewinn, wiesen einen sehr kurzfristigen Spielrhythmus aus und hätten ein vergleichbares Suchtpotenzial wie Glücksspielautomaten, warnte sie im Gesetzesentwurf.

Eine klare Mehrheit des Kantonsrats entschied dann aber vor rund einem Jahr anders. Ein solches Verbot sei nicht mehr zeitgemäss. Mit Smartphones gebe es inzwischen überall Zugriff auf Geldspiele. Die Geschicklichkeits-Spielgeräte seien zudem so konzipiert, dass sie nur beschränkte Geldeinsätze zuliessen, lauteten die Argumente.

Quelle: sda
veröffentlicht: 5. Oktober 2020 11:43
aktualisiert: 5. Oktober 2020 11:43
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