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Nach neuen Entscheiden

St.Galler Clubs schliessen – kein Technofestival auf dem Olma-Areal

Laurien Inauen, 5. Dezember 2021, 07:37 Uhr
3G, Maskenpflicht und Trinken nur im Sitzen: Diese neue Massnahmenkombi stösst Clubbetreibern im FM1-Land sauer auf. Manche Lokale bleiben in den nächsten Wochen komplett geschlossen.
Im St.Galler Club «Ivy» kann bis auf weiteres nicht mehr getanzt werden. (Archiv)
© St.Galler Tagblatt/Tobias Garcia

Die ersten Betriebe und Veranstalter in der Stadt St.Gallen ziehen ihre Konsequenzen aus den heutigen Entscheiden der Ostschweizer Kantonsregierungen. Auf Instagram schreiben die Betreiber des «Ivy»: «Anlässlich des Entscheids des Kantons St.Gallen werden wir den Clubbetrieb bis auf weiteres pausieren müssen.» Und auch das «Trischli» vermeldet: «We are closed again.» («Wir haben wieder geschlossen.») Das «Alpenchique» hingegen bleibt geöffnet – «Party garantiert», wie es auf Facebook heisst.

In St.Gallen gilt eine Maskenpflicht in sämtlichen öffentlich zugänglichen Innenräumen – dazu gehören auch Clubs und Bars. Wer etwas isst oder trinkt, muss sich setzen.

«Ein Schock»

Im Interview mit TVO sagt Daniel Weder, Geschäftsführer des «Kugl» und Vorstandsmitglied der Vereinigung «Nacht Gallen», dass sein Club zwar vorläufig geöffnet bleibe. «Dass der Kanton St.Gallen die Massnahmen so kurzfristig fixiert hat, ist für uns aber ein ziemlicher Schock. Für Bars ist es sicher machbar – die Gäste können sitzend trinken – für Clubs ist es eine faktische Schliessung. Die Regeln können nicht umgesetzt werden.»

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Quelle: FM1Today/TVO

Enttäuscht ist Weder auch darüber, dass eine 2G-Regel nicht einmal diskutiert werde. Dass nur noch Geimpfte und Genesene in Clubs feiern dürfen – dafür ohne Maske – werde viel eher akzeptiert als eine erneute Maskenpflicht. «Zumindest für Clubs wäre das eine Option gewesen, um sich nicht wieder in eine Nullrechnung stürzen zu müssen.» Laut dem St.Galler Gesundheitsdirektor Bruno Damann müsste für eine 2G-Pflicht aber zuerst die Zertifikatsapp angepasst werden. «Wir können aus Datenschutzgründen nicht schauen, ob jemand getestet, geimpft oder genesen ist.»

Die finanzielle Unterstützung sei «einmal mehr» nicht gesichert, so Weder. «Wir stehen ein drittes Mal da und wissen nicht, wie es weitergeht. Es ist schwierig, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.» Härtefallgelder könnten wieder zum Thema werden, sagte Bruno Damann am Mittwochvormittag an der Medienkonferenz der Kantonsregierungen.

Kein Technofestival auf dem Olma-Areal

Das zweite «Deep In Love Festival» auf dem St.Galler Olma-Areal ist abgesagt, wie die Veranstalter am Mittwochnachmittag schreiben. Die neuen Schutzmassnahmen des Kantons St.Gallen liessen kein «stimmiges Festival für Technobegeisterte» zu. «Wir bedauern die Kurzfristigkeit der Absage, sind aber der Überzeugung, dass sie der richtige Entscheid ist», heisst es. Der Event, der am kommenden Wochenende stattgefunden hätte, soll nun auf 2022 verschoben werden.

«Kein Grund für Verschärfung»

Auch der Bundesrat schlägt in seinem Massnahmenpaket eine Maskenpflicht plus sitzende Konsumation vor – und damit «de facto ein Berufsverbot für das Schweizer Nachtleben», wie die Schweizer Bar und Club Kommission (SBCK) gestern Dienstag auf Facebook schrieb. «Aus unserer Sicht gibt es keinen Grund, die Massnahmen für das Nachtleben zu verschärfen.» Die 3G-Regel und das Contact Tracing würden konsequent eingehalten.

Wie auch Daniel Weder ist die SBCK der Meinung, dass es für den Bundesrat an der Zeit wäre, über 2G im Nachtleben nachzudenken. 2G sei deutlich einfacher umsetzbar als 3G inklusive Maske.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 1. Dezember 2021 16:40
aktualisiert: 5. Dezember 2021 07:37