St.Galler Kapo nimmt «Kollegen» fest

Stefanie Rohner, 27. Juni 2019, 08:04 Uhr
Der Unfall sorgte teilweise für über eine Stunde Stau. (Symbolbild)
Der Unfall sorgte teilweise für über eine Stunde Stau. (Symbolbild)
© Keystone
Die Kantonspolizei St.Gallen hat am Freitag einen 50-jährigen Deutschen verhaftet, der sich als Polizist ausgegeben hatte. So konnte verhindert werden, dass eine 78-jährige Frau um mehrere 10'000 Franken gebracht wurde.

Mehrere zivile Polizisten rückten am vergangenen Freitagnachmittag an den Übergabeort aus, nachdem Verwandte der 78-jährigen Frau die Polizei kontaktiert hatten. Sie sagten, die Frau sei im Begriff, einen grösseren Geldbetrag an einen falschen Polizisten in St.Gallen auszuhändigen.

Am Übergabeort konnten die ausgerückten Polizisten einen 50-jährigen Deutschen festnehmen, der im Kanton St.Gallen wohnt. Der Mann dürfte im Verlauf des Junis mehrfach als Abholer für falsche Polizisten gearbeitet haben.

Echte Polizei nimmt kein Geld in Verwahrung

Die 78-Jährige wurde, wie sie sagte, vom falschen Polizisten kontaktiert. Dieser habe ihr erzählt, dass in ihrer Nachbarschaft eingebrochen worden sei und sie nun ihr Geld zur sicheren Aufbewahrung an die Polizei übergeben solle. So hat die Frau verschiedene Male mehrere 10'000 Franken an verschiedenen Orten deponiert.

Bei zwei Geldübergaben war die mutmassliche Täterschaft erfolgreich. Erst beim dritten Versuch in St.Gallen konnte der Abholer des Geldes festgenommen werden. Unter der Leitung der Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen werden nun Ermittlungen geführt.

Die Kantonspolizei weist erneut darauf hin, dass die echte Polizei niemals Geld von Privatpersonen in Verwahrung nimmt. «Wir sind eine Strafverfolgungsbehörde und kein Geldaufbewahrungsinstitut. Hinzu kommt, dass wir von der Kantonspolizei nie mit der Nummer 117 bei den Leuten anrufen. So versuchen es die Betrüger vielfach», sagt Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, auf Anfrage von FM1Today.

Hohe Summen übergeben

In letzter Zeit, so Schneider, seien aber kaum Meldungen über falsche Polizisten eingegangen. «Das Phänomen ist uns aber durchaus bekannt. Meistens geschieht es in Wellen. Dann werden ganze Dörfer von den Betrügern abtelefoniert, um zu versuchen, an Geld zu kommen.»

Die meisten Leute, die kontaktiert werden, merken in der Regel, dass etwas faul ist. «Doch wenn die falschen Polizisten erfolgreich sind, handelt es sich meist um sehr hohe Beträge, die übergeben werden, so wie in diesem Fall», sagt Schneider.

Er rät: Wenn man Zweifel habe, solle man sich umgehend bei der Polizei melden, um abzuklären, ob es den Polizisten wirklich gibt oder nicht.

Stefanie Rohner
Quelle: str
veröffentlicht: 26. Juni 2019 22:23
aktualisiert: 27. Juni 2019 08:04