St.Galler Regierung will Ehe für alle

Krisztina Scherrer, 5. Juni 2019, 19:36 Uhr
Die St.Galler Regierung will die Ehe für Personen gleichen Geschlechts ermöglichen. (Symbolbild)
© iStock
Die Ehe für Gleichgeschlechtliche soll bald auch in der Schweiz möglich sein: Die Kommission für Rechtsfragen des Nationalrates hat einen Entwurf für eine Gesetzesänderung ausgearbeitet. Die St.Galler Regierung unterstützt diesen Vorschlag.

In Deutschland ist sie seit 2017 erlaubt, in Österreich seit dem 1. Januar 2019 und in den Niederlanden schon seit 2000: die gleichgeschlechtliche Ehe. Jetzt tut sich auch in der Schweiz was. Die St.Galler Regierung unterstützt den Vorentwurf des Nationalrates, der einen Vorentwurf für eine Gesetzesänderung für die gleichgeschlechtliche Ehe vorgelegt hat.

Damit begrüsst die Regierung nicht nur die Ehe für alle, gleichgeschlechtliche Paare sollen künftig auch Kinder adoptieren dürfen. Ob weiblichen Ehepaaren der Zugang zur Samenspende ermöglicht werden soll, wird zu einem späteren Zeitpunkt diskutiert.

Gleichgeschlechtliche Paare, welche bereits in einer eingetragenen Partnerschaft leben, können diese beibehalten oder in eine Ehe umwandeln. Nach erfolgter Gesetzesänderung können aber keine Partnerschaften mehr eingetragen werden.

«Öffnung der Ehe ist überfällig»

Manolito Steffen, Sprecher der Schwulenorganisation Pink Cross, nimmt den Entscheid der St.Galler Regierung erfreut zur Kenntnis: «Wir begrüssen es, dass sich die St.Galler Regierung für die Öffnung der Ehe ausgesprochen hat. Weniger gut ist, dass die St.Galler Regierung der Zugang zu Samenspenden für Frauen erst später realisieren möchte.»

Für Laura Bucher, Co-Fraktionspräsidentin der SP des Kantons St.Gallen sollte die Ehe für alle sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Auch sie findet das Signal, das die St.Galler Regierung mit dem Entscheid aussendet, positiv.

Lob auch von SVP-Seite

Und auch von SVP-Seite wird der Entscheid der St.Galler Regierung begrüsst. Fraktionspräsident Michael Götte hat einzig noch beim Adoptionsrecht Fragezeichen. Andererseits zeigt er sich bereit, eine Öffnung auch hier anzudenken: «Bei den Problemen, welche heute in Erziehungsfragen von heterosexuellen Paaren herrschen, ist es auch nicht undenkbar, wenn gleichgeschlechtliche Eltern ein Kind erziehen können.»

Hier der ganze Beitrag von TVO mit einer Umfrage aus der Bevölkerung:

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Quelle: TVO

Krisztina Scherrer
Quelle: sk
veröffentlicht: 5. Juni 2019 09:40
aktualisiert: 5. Juni 2019 19:36