100 Bersent gwäscheni Händ

St.Gallerin macht Alain-Berset-Shirts: «Die Reaktionen sind riesig»

26. März 2020, 09:58 Uhr
St.Gallerin macht Alain-Berset-Shirts – Bern ist dagegen
Aus Langeweile fertigte eine St.Gallerin lustige Bildcollagen von Bundesrat Alain Berset. Weil diese auf Social Media auf riesigen Anklang stiessen, startete sie den Druck von Shirts. Die Bildrechte machen ihr allerdings einen Strich durch die Rechnung - ausser der Bundesrat persönlich willigt ein.

Er ist einer der Männer der Stunde in der aktuellen Corona-Krise: Gesundheitsminister Alain Berset. «Alain macht es relativ gut: Mit einer gewissen Ernsthaftigkeit, aber auch mit Sympathie», findet die 24-jährige Simona Boscardin.

Langeweile löst den Jux aus

Wie viele andere Studenten sitzt die St.Gallerin momentan Zuhause fest, ihre Kurse an der Zürcher Hochschule der Künste finden online statt. Aus Langeweile hat sie mit Fotos von Alain Berset eigene Kreationen gebastelt.

«Rückmeldungen waren grossartig»

Damit löste sich nicht nur bei ihren Freunden, wie eigentlich geplant, einen Sturm der Begeisterung aus. Innert weniger Stunden erhält die 24-Jährige Dutzende Nachrichten von Fremden. Alle wollen eines ihrer Shirts. «Ich habe erst fünf Sujets geteilt, eigentlich hatte ich gar nie vor, diese wirklich zu drucken», sagt Simona Boscardin.

Die vielen Reaktionen hätten sie dann allerdings umgestimmt, Zeit für die Shirts hat sie bis Ende April ja genug...

Bund gibt Rechte nicht

Der Bund ist allerdings nicht begeistert von den Shirts mit Sprüchen wie «Are you social distancing me?» (Hältst du sozialen Abstand zu mir?) oder «100 Bersent gwäscheni Händ». Das Eidgenössische Departement des Innern schreibt: «Wir können Ihnen die Rechte für das Bild nicht geben und bitten Sie, aus Gründen des Persönlichkeitsrechts auf das Projekt mit dem Bild von Bundesrat Berset zu verzichten.»

Facebook-Post für Herrn Berset

Boscardin hofft nun, dass der Gesundheitsminister himself ihre Idee trotzdem witzig findet und sie ihr erlaubt. Auf Facebook hat sie ihm deshalb einen Post gewidmet.

«Sehr geehrter Herr Alain Berset, Sie haben wahrscheinlich noch nichts von meiner Fanshirt-Aktion mitbekommen. Aber ich finde Sie einen u huere geilen Siech, weswegen ich letztes Wochenende in Quarantäne fünf T-Shirt-Sujets mit ihrem Gesicht darauf gestaltet habe», schreibt sie und fragt den Bundesrat, ob er ihr den Druck nicht doch erlauben würde. Im Gegenzug würde sie ihm auch ein T-Shirt schenken. «Ich würde ihm das Shirt auch heimschicken.»

(lag/enf)

Quelle: TVO
veröffentlicht: 26. März 2020 07:11
aktualisiert: 26. März 2020 09:58