St.Gallen

Stadtpräsidentin Pappa: «Die Wut auf die Polizei ist völlig daneben»

3. April 2021, 16:46 Uhr
Stadtpräsidentin Maria Pappa machte sich am Freitagabend selbst ein Bild.
© St.Galler Tagblatt
Die Stadt und die Stadtpolizei St.Gallen verurteilen die Ausschreitungen von Freitagabend auf Schärfste. Ein St.Galler Problem seien die Krawalle aber nicht, sagt Stadtpräsidentin Maria Pappa.

Rund 300 Personen versammelten sich am Karfreitag in St.Gallen. Manche, um mal wieder Party zu machen, andere, um die Polizei anzugreifen und Dinge anzuzünden und kaputtzumachen. Der Schaden wird bislang auf rund 50'000 Franken geschätzt, wie die St.Galler Stadtpolizei am Samstag an einer Medienkonferenz bekanntgibt.

Polizei und Chaoten waren vorbereitet

«Wir wussten, dass ein grösseres Ereignis stattfinden wird», sagt Polizeikommandant Ralph Hurni. Die Stapo habe sich deshalb gut vorbereitet und Unterstützung von anderen Polizeikorps erhalten. Auf die Gewalt der anwesenden Chaoten – auch ein Molotowcocktail wurde geworfen – antworteten die Einsatzkräfte mit Gummischrot und Tränengas. «Aus Notwehr», wie Gesamteinsatzleiter Anjan Sartory betont. Die Stimmung sei sehr aggressiv gewesen.

Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: FM1Today

Die vorwiegend jungen Leute waren laut Hurni ebenfalls vorbereitet. Einer habe eine Gasmaske getragen. «Die hatte er schon, bevor er nach St.Gallen kam.» 21 Personen wurden auf den Polizeiposten gebracht, davon 16 mit Schweizer Nationalität. 13 stammen aus dem Gesamtraum Ostschweiz, sechs aus der Stadt und zwei von ausserhalb. Ein 25-jähriger Mann, der ausgeschrieben war, wurde verhaftet. 33 Personen wurden weggewiesen.

«Eine kunterbunte Mischung»

Stadtpräsidentin Maria Pappa (SP) und Stadträtin Sonja Lüthi (GLP) verurteilen die Gewalt aufs Schärfste. Pappa, die am Karfreitag mit den jungen Leuten auf dem Roten Platz das Gespräch gesucht hatte, spricht von einer «kunterbunten Mischung von Leuten». Es seien, neben vielen Friedlichen, nur wenige Chaoten da gewesen. Diese werde man nun zur Verantwortung ziehen. «Es gilt eine Nulltoleranz.»

Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: CH Media Video Unit / TVO

Es handle sich nicht um ein spezifisches St.Galler Problem, sondern um ein Abbild der Gesamtsituation in der Schweiz und Europa. Die Pandemie sei für alle belastend, so Pappa. Aber: «Die Wut auf die Polizei ist völlig daneben.»

Sicherheitsdirektorin Sonja Lüthi lobt den Einsatz ihrer Leute. Diese hätten erst eingegriffen, als die Stimmung gekippt sei. «Der Einsatz war verhältnismässig.»

(lag/thc)

Die Medienkonferenz zum Nachlesen

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 3. April 2021 12:14
aktualisiert: 3. April 2021 16:46