WC-Grüsel

Tampons, Binden, Kondome: Das sind die Feinde der Kläranlagen

· Online seit 14.12.2023, 20:48 Uhr
Egal ob Binden, Kondome oder Feuchttücher: Sie gehören in den Abfall und nicht ins WC. Trotzdem hängen tonnenweise Hygieneartikel in den Rechen der Ostschweizer Kläranlagen. Allein beim Abwasserwerk von neun Rheintaler Gemeinden sind es rund 100 Tonnen pro Jahr. Sensibilisierung ist deshalb bitter nötig.

Quelle: TVO

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Wir alle nehmen ihn täglich unter die Füsse: den erleichternden Gang auf den Thron. Doch in der Schüssel landen oft Dinge, die da nicht hingehören. Seien es Kondome, Binden, Feuchttücher oder sonstige Dinge. Sie alle gehören in den Abfall, denn sie stellen die Kläranlagen vor Herausforderungen.

Übeltäter aus Gewohnheit?

So auch das Abwasserwerk Rosenbergsau, welches das Abwasser von neun Rheintaler Gemeinden reinigt. Doch warum landen diese Dinge überhaupt im WC? Maurizio Schirinzi, Geschäftsführer des Abwasserwerkes, hat eine einfache Erklärung: «Vielleicht sind es Gewohnheiten und einfach, weil es funktioniert.» Schliesslich merke man Zuhause ja nichts davon, ausser wenn die Schüssel überläuft, weil sie verstopft ist. Oft fehle auch einfach ein Abfalleimer neben dem WC, wo man die Gegenstände entsorgen könnte.

Schirinzi bemängelt die Kurzsicht dieses Verhaltens. Denn was runtergespült wird, landet schlussendlich in den Kläranlagen. Diese filtern die Fremdkörper mit Rechen heraus, sodass diese dann in die Kehrichtverbrennungsanlage transportiert werden können. Alleine im Abwasserwerk Rosenbergsau sind dies jährlich hundert Tonnen.

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Feuchttücher sind problematisch

Ein besonderes Problem stellen laut Schirinzi Feuchttücher dar. Auf vielen Verpackungen wird angepriesen, dass die Tüchlein heruntergespült werden können. Dies sei aber eine Lüge. «Bei den Feuchttüchern ist das Problem, dass sie aus Kunstfasern bestehen, die man fast nicht zerreissen kann», erklärt der Geschäftsführer. Zudem lösen sich die Tücher im Gegensatz zu normalem WC-Papier nicht im Wasser auf und kommen praktisch am Stück in der Kläranlage an. Dort müssen sie mit Pumpen weitertransportiert werden. Je nach Pumpentyp könne dies grössere Probleme verursachen.

Schirinzi appelliert an die Leute, dass solche Dinge nicht in die Schüssel gehören. Er hat dafür extra eine Liste von Dingen erstellt, die nicht ins WC gehören, um sie den Leuten zu verteilen. Doch eigentlich wäre es laut Schirinzi ganz einfach: «Das kleine und das grosse Geschäft sowie WC-Papier gehören in die Schüssel, that's it.»

(red.)

veröffentlicht: 14. Dezember 2023 20:48
aktualisiert: 14. Dezember 2023 20:48
Quelle: TVO

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