Tango-Züge ab November wieder ready

Sandro Zulian, 23. Oktober 2018, 09:38 Uhr
Die Appenzellerbahn fährt neu von Trogen direkt nach Appenzell.
Die Appenzellerbahn fährt neu von Trogen direkt nach Appenzell.
© Urs Bucher/TAGBLATT
Seit letzter Woche fahren die Appenzeller Bahnen zwischen St.Gallen und Appenzell einen reduzierten Betrieb. Grund dafür ist der unerwartet hohe Verschleiss an Rad und Schiene. Ab Samstag soll ein Teil der reparierten Tango-Züge wieder einsatzbereit sein. Komplett hochgefahren wird der Betrieb ab dem 1. November.

Nach knapp zwei Wochen Betrieb mussten die Appenzeller Bahnen (AB) am letzten Freitag die Meldung publizieren, dass einige der neuen Tango-Züge bereits wieder von den Schienen mussten. Grund dafür war ein unerwartet hoher Verschleiss an Rädern und Fahrzeugen. Seitdem verkehren auf der Linie zwischen Teufen und Appenzell Ersatzbusse. Spezialisten arbeiten derzeit an den Ursachen und haben Massnahmen eingerichtet. «Ab Samstag, 27. Oktober, verkehren die Züge mit einigen Ausnahmen wieder durchgängig», schreiben die AB in einer Mitteilung.

Zusammenspiel Rad und Schiene

«Die Spezialisten waren die letzten Tage mit Hochdruck daran, den Ursachen auf den Grund zu gehen», heisst es darin. Sowohl die Fahrbahn wie auch die Fahrzeuge seien unter die Lupe genommen worden. Das Ergebnis lasse sich wie folgt zusammenfassen: «Der Schmierfilm zwischen der Schienenflanke und den Spurkränzen der Fahrzeuge war ungenügend, insbesondere auf der Neubaustrecke zwischen St.Gallen und Teufen». Dies habe zu einem massiv höheren Verschleiss geführt. Das Zusammenspiel von Fahrbahn und Fahrzeug ist von verschiedenen Faktoren abhängig.

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AB haben die Situation unterschätzt

Die Topografie der Strecke spiele ebenso eine Rolle wie das Radprofil des Fahrzeuges. Die Dosierung der Schmierung, welche seitens Fahrzeug in regelmässigen

Distanzen automatisch erfolgt, sei hinsichtlich der Streckenverhältnisse optimal einzustellen. Dieser Prozess ziehe sich während und nach der Inbetriebnahme über mehrere Monate hin. «In vorliegenden Fall haben die AB die Situation, insbesondere bei der Konditionierung der Schienen, unterschätzt», schreiben die Verwantwortlichen.

Die neuen Züge der Appenzeller Bahnen

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Massnahmen haben funktioniert

Die Sofortmassnahmen beinhalteten eine sofortige Behandlung der Neubaustrecke. Mit Messungen an Gleis und Rädern beobachten die Spezialisten die Situation laufend. Das Resultat bestätige den Erfolg der eingeleiteten Massnahmen; die Abnutzung bewegt sich nun im üblichen Rahmen. Nicht alle Fahrzeuge waren im selben Ausmass betroffen, weil diese einerseits seit der Inbetriebnahme unterschiedliche Kilometerleistungen erbracht hatten und andererseits auf anderen Streckenabschnitten problemlos im Einsatz waren.

Ab 1. November wieder vollständig

Ab Samstag, 27. Oktober 2018 stehen wieder mehr Fahrzeuge zur Verfügung. Bis dahin fahren zwischen St.Gallen und Teufen die Züge regulär, zwischen Teufen und Appenzell fallen die Züge weiterhin aus. Es verkehren Bahnersatzbusse. Ab dem 27. Oktober 2018 werden mit drei Ausnahmen wieder sämtliche Verbindungen durchgehend mit Zügen gefahren:

 Zug 2058 (S-Bahn 05.55 Uhr ab Gais, Mo-Fr) wird durchgehend bis St.Gallen mit einem Bahnersatzbus durchgeführt.
Zug 2072 (S-Bahn 07.24 Uhr ab Gais, Mo-Fr) wird durchgehend bis St. Gallen mit einem Bahnersatzbus durchgeführt.

Zug 2173 (Schnellzug 17.28 Uhr ab St. Gallen, Mo-Fr) wird durchgehend bis Appenzell mit einem Bahnersatzbus durchgeführt.

Ab Donnerstag, 1. November 2018 stehen sämtliche Fahrzeuge wieder zur Verfügung. Ab diesem Zeitpunkt verkehren wieder alle Züge. «Die Appenzeller Bahnen bedauern die Störung und entschuldigen sich bei den Fahrgästen für die Unannehmlichkeiten», schreibt das Transportunternehmen.
(red.)
Sandro Zulian
veröffentlicht: 23. Oktober 2018 09:38
aktualisiert: 23. Oktober 2018 09:38