Ostschweiz
St. Gallen

TCS kritisiert Stadt St.Gallen wegen Tempo-30-Offensive

Knatsch nach Umfrage

TCS kritisiert Stadt St.Gallen wegen Tempo-30-Offensive

· Online seit 24.05.2024, 20:21 Uhr
Der St.Galler Stadtrat möchte Tempo 30 in der Stadt vorantreiben. Nachdem bereits der Kanton diesen Plan kritisiert hat, folgt nun weiterer Gegenwind. Eine repräsentative Umfrage des TCS aus dem Jahr 2023 zeigt nämlich, dass die Bevölkerung in St.Gallen keine Lust auf Tempo 30 hat.

Quelle: TVO

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Die Zahlen sind klar – und die Meinung der TCS Sektion St.Gallen-Appenzell Innerrhoden genauso: Tempo 30 kommt beim Volk nicht an. Trotzdem führt die Stadt St.Gallen immer mehr 30er-Zonen ein. Es folgt Kritik. «Wir stören uns am Verhalten der Stadt St.Gallen. Man ignoriert den politischen Willen des Kantonsrats sowie des Bundesparlaments – und insbesondere den Willen des Volkes», so Marcel Aebischer, Präsident TCS Sektion St.Gallen-Appenzell Innerrhoden.

Zwei Studien aus den Jahren 2023 und 2021, welche der TCS in Auftrag gegeben hatte, zeigen, dass zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung Tempo 30 innerorts grösstenteils ablehnt. Auch der Kanton St.Gallen hat ein Konzept mit vorwiegend Tempo 30 wieder verworfen.

Stadtrat hält an Kurs fest

Der Stadtrat hält trotzdem an seinem Kurs fest: «Wir spüren immer mehr das Bedürfnis aus den Quartieren und aus der Politik. Darum werden wir diesen Weg weiterverfolgen», sagt Stadtrat Markus Buschor, Direktor Planung und Bau St.Gallen, gegenüber TVO.

Denn die Stadt wachse und immer mehr Leute bräuchten auf sowie neben der Strasse mehr Platz. Und hier könne Tempo 30 helfen: «Für uns in der Stadt ist es auch wichtig, dass wir Strassen haben, die von möglichst vielen Verkehrsteilnehmenden gleichzeitig genutzt werden können, da wir nur begrenzten Raum haben», sagt Buschor weiter. Ein tiefes Tempo könne genau dies ermöglichen.

Politische Entscheide abwarten

Bis jetzt kann der Stadtrat beim Tempo vieles selbst entscheiden. Mit Änderungen im Strassenverkehrsgesetz könnte es aber Gegenwind geben. Darum will Aebischer vom TCS, dass die Stadt bei den Temporeduktionen auf die Bremse geht. «Ich erwarte vom Stadtrat eine Art Moratorium und dass man mit weiteren Temporeduktionen wartet, bis die politischen Entscheide umgesetzt sind. Also beispielsweise eine Änderung im Strassenverkehrsgesetz», so Aebischer.

Gerade laufen bei mehreren Strassen – bei denen Tempo 30 kommen soll – Rekurse der TCS Sektion St.Gallen-Appenzell Innerrhoden. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis es in die nächste Runde des Tempo-Hick-Hacks geht.

(cs)

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veröffentlicht: 24. Mai 2024 20:21
aktualisiert: 24. Mai 2024 20:21
Quelle: FM1Today

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