Textilkunst

Textile Kunstwerke aus Japan im Textilmuseum St.Gallen

10. März 2022, 16:18 Uhr
Im Textilmuseum St.Gallen ist die Ausstellung «Sudo Reiko - Making Nuno» gestartet. Gezeigt wird ein Einblick in die Arbeit der japanischen Textildesignerin Sudo Reiko, die ästhetische Stoffe aus ungewöhnlichen Materialien kreiert.
Die japanische Textildesignerin Sudo Reiko arbeitet mit ungewöhnlichen Werkstoffen, aus denen sie über innovative Verfahren hochwertige Stoffe kreiert.
© Textilmuseum St. Gallen

Die Entwicklerinnen und Entwickler von Stoffen für die Haute Couture blieben meistens anonym, hiess es am Donnerstag an der Medienorientierung zur Ausstellung. In aller Munde seien vor allem die Namen der Modedesigner. Bei Sudo Reiko sei dies anders: Sie kreiere Stoffe mit einem eigenen Wert und aussergewöhnlichen ästhetischen Qualitäten.

Die Künstlerin verbindet japanische Handwerkskunst mit neuen Technologien und setzt dabei oft auf ungewohnte Werkstoffe. Ihre Arbeiten waren unter anderem im Museum of Modern Art (Moma) in New York zu sehen.

Die Ausstellung im St.Galler Textilmuseum beginnt mit der Präsentation von Materialien, die der Ausgangspunkt für die textilen Kompositionen sind. Zu sehen ist etwa Abfallmaterial aus der Seidenproduktion, das über ein innovatives Verfahren zu hochwertigen Stoffen verarbeitet wird.

Beschäftigung mit Nachhaltigkeit

Sudo Reiko verwendet wasserlöslichen Kalkstein und imitiert mit dem sanften Verfahren die umweltschädliche Ätzstickerei, die Ende des 19. Jahrhunderts in der Ostschweiz entwickelt wurde. Oder sie setzt behandelte Textilien der Hitze eines Backofens aus.

Schon lange beschäftigt sich die 1953 geborene Künstlerin mit dem Thema Nachhaltigkeit. Dabei geht es ihr nicht nur um Ökologie, sondern auch um wirtschaftliche Aspekte. So liegt ihr das lokale japanische Textilhandwerks-Betrieben am Herzen, mit denen sie bevorzugt zusammenarbeitet. Dies auch als Kontrast zur globalisierten Textilindustrie, bei der es stets um die kostengünstigste Produktion gehe.

In der Ausstellung in St.Gallen führt der Weg in fünf grossformatigen Installationen von den Materialien über die Fertigung der spektakulären Textilien bis zur Präsentation von hunderten von Stoffmustern. Diese zeigen die Bandbreite der Arbeiten der Textildesignerin. Berühren erlaubt, heisst es dazu.

«Sudo Reiko - Making Nuno» war bereits in Hongkong, London und Edinburgh zu sehen und sei nun in St.Gallen und damit auf dem Kontinent gelandet. Die Ausstellung dauert bis am 18. September.

Quelle: sda
veröffentlicht: 10. März 2022 16:18
aktualisiert: 10. März 2022 16:18
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