In einem Jahr

Trotz Corona und Verletzung: Flumser schafft 42 Marathons

23. Januar 2021, 10:02 Uhr
Verrückt, unglaublich, «gspunnä»: Das Vorhaben des Flumsers Maarten Hendriks wurde von vielen mit Skepsis aufgenommen. Er wollte in einem Jahr 42 Marathons absolvieren – das hat er nun geschafft, an seinem 42. Geburtstag rannte er die letzten über 42 Kilometer.

Einen Tag vor Heiligabend, an seinem 42. Geburtstag, erfüllte sich Maarten Hendriks einen Wunsch: Er rannte den 42. Marathon in einem Jahr. Über sieben Stunden war er unterwegs und hatte am Schluss rund 5000 Höhenmeter in den Beinen. Es war die Krönung eines Jahres – das für den gebürtigen Niederländer fast ausschliesslich aus Laufen bestand.

«Es war ein langer Tag, aber super cool», sagt Hendriks. Alles in allem legte Hendriks 2020 über 140'000 Höhenmeter und rund 3500 Kilometer zurück.

6000 Franken für Blinden-Hilfsorganisation

Den Entscheid, im Jahr 2020 42 Marathon zu absolvieren, fasste der Flumser an seinem 41. Geburtstag. Er wollte damit Geld für die Organisation «Licht für die Welt» spenden. Am Schluss durfte Hendriks der Organisation einen Check über 6000 Franken überreichen – mit Spendengeldern, die er gesammelt hatte.

«Es ist grossartig, dass jemand aus Privatinitiative so viel Geld gesammelt hat», sagt Isabel Plaza, Sprecherin von «Licht für die Welt». Mit diesem Geld können 200 Menschen operiert werden – und bekommen das Augenlicht zurück. Die Organisation «Licht für die Welt» setzt sich in Entwicklungsländern wie Äthiopien, Burkina Faso, Mosambik, Uganda und Südsudan für Menschen ein, die eine Sehbehinderung haben und finanziert Operationen. «Die Aktion von Maarten Hendriks ist wahnsinnig toll.»

Nachbar wunderte sich über Marathon im Garten

Auch Hendriks freut sich, obwohl das Jahr nicht ganz so ablief, wie er das dereinst geplant hatte. So musste er im Herbst aufgrund eines Schlüsselbeinbruchs pausieren und wurde auch noch positiv auf das Coronavirus getestet. «Als wir aus Athen zurück in die Schweiz kamen, wo wir einen Marathon auf der Originalstrecke liefen, war mein Coronatest positiv», schreibt Hendriks auf seiner Webseite. Er musste zehn Tage in Quarantäne.

Diese hielt den 42-Jährigen aber nicht davon ab, weiter zu laufen. Denn sein Ziel war es, in den verbliebenen sieben Wochen des Jahres noch 14 Marathons zu rennen. Also drehte er seine Runden einfach im Garten: «120 Runden waren nötig, bis ich die Distanz von 42 Kilometern erreicht hatte», sagt der leidenschaftliche Läufer. «Nach der 50. Runde fragte der Nachbar, der gerade am grillieren war, was ich den eigentlich tue?» Zwei solcher Marathons im Garten in Flums absolvierte der Läufer – er hatte in dieser Zeit keine Symptome, merkte aber nach der Isolation, dass er vom Abwärtslaufen schneller Muskelkater bekam und ab und zu husten musste.

Zurück an den Ort des Heiratsantrags

Der schönste Lauf war für Maarten Hendriks derjenige auf das Barrhorn in Oberems im September mit seiner Frau. «Das war der höchste Punkt, den ich bei einem Marathon dieses Jahr erreicht habe und es ist der Ort, an dem ich meiner Frau vor zwölf Jahren einen Heiratsantrag gemacht habe.» Für den 42-Jährigen war es deshalb ein ganz spezieller Moment, nach all den Jahren wieder dort oben zu sein.

Auch ein Marathon, den er gemeinsam mit Freunden aus den Niederlanden oberhalb des Nebels in Flums absolvierte, bleibt ihm in guter Erinnerung. Auch belief Maarten Hendrik im Sommer an einem Tag alle sieben Churfirsten im Toggenburg oder war auf der Originalstrecke des Marathons in Athen unterwegs. Der längste Lauf war übrigens der «11 Peaks Trail» in Solothurn. Für die 82 Kilometer und 5600 Höhenmeter benötigte der Niederländer zwölf Stunden und 23 Minuten.

Sein allerletzter Marathon führte Maarten Hendriks fast 5000 Höhenmeter in Flums auf und ab – er wollte damit symbolisch die Strecke bis zum Everest-Basecamp ablaufen.

Nächstes Ziel: 16'000 Höhenmeter in acht Tagen

Während des Laufens gehen dem Niederländer jeweils viele Dinge durch den Kopf: «Ich denke beispielsweise bereits an den nächsten Marathon, den ich laufen werde oder Projekte, die ich realisieren könnte.» Musik hört Hendriks nicht, er möchte sich auf die Natur konzentrieren.

Für dieses Jahr hat der Ausdauersportler übrigens schon weitere Pläne. Er will beispielsweise beim Transalpine Run im September mitmachen. Dieser ist 264 Kilometer lang und führt über 16'129 Höhenmeter – die Athleten haben für diesen Lauf acht Tage Zeit.

Seit seinem Lauf am 23. Dezember 2020 hat Maarten Hendriks übrigens bereits einen weiteren Marathon absolviert – also eigentlich waren es sogar 46 Kilometer, nur zwei Wochen nach seinem Geburtstag.

(abl)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 23. Januar 2021 10:02
aktualisiert: 23. Januar 2021 10:02