Umstrittener Heli-Flug der höchsten St.Galler

René Rödiger, 3. Juli 2019, 19:55 Uhr
TVO
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Das Präsidium des St.Galler Kantonsrats ist mit einem Super Puma der Schweizer Armee zu einem Truppenbesuch nach Bure im Kanton Jura geflogen. Und das mitten in der Klimadebatte.

Dass eine Delegation eines Kantons eine Kompanie der Schweizer Armee besucht, ist völlig normal. Speziell wird es, wenn dies mitten in der Klimadebatte geschieht. Das Präsidium des St.Galler Kantonsrates ist nur gerade knapp eine Woche nach dieser Debatte mit einem Super Puma bis nach Bure im Kanton Jura für einen solchen Besuch geflogen. Der Kerosinverbrauch eines solchen Helikopters: 700 Liter pro Stunde.

Manfred Gschwend, Kantonsrat der Grünen, sagt gegenüber TVO: «Es geht nicht, dass man in der Klimadiskussion fraktionsübergreifend sagt, dass es Massnahmen braucht. Und dann gehen die gleichen Leute nur eine Woche später auf eine solche Reise. Das ist absolut unnötig.»

Kantonsratspräsident Daniel Baumgartner von der SP verteidigt die Reise: «Als SP-Politiker hätte ich vielleicht auch anders entschieden. Aber ich habe auch noch eine andere Funktion, die ebenfalls wichtig ist. Das kann man nicht immer so einfach unter einen Hut bringen.» Dass man sich innerhalb SP auch anders entscheiden kann, zeigt sich am Beispiel der Fraktionspräsidentin Bettina Surber, die ebenfalls eingeladen worden ist, jedoch abgesagt hat: «Gerade in der Klimadebatte, wo wir uns einig sind, dass man aufs Fliegen möglichst verzichten soll, macht man keine solche Reise.»

Bei der SVP sieht man dies ganz anders. Fraktionspräsident Michael Götte ist mit gutem Gewissen in den Super Puma eingestiegen: «Wir machen das seit vielen Jahren so. Das ist im Zusammenhang mit dem Klima eine andere Diskussion. Hier geht es jedoch um den militärischen Austausch und für uns ist es wichtig zu wissen, was die Armee macht.»

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Quelle: TVO

René Rödiger
Quelle: red.
veröffentlicht: 3. Juli 2019 19:55
aktualisiert: 3. Juli 2019 19:55