Winterstürme

Viel Arbeit und eingestellter Betrieb: Bergbahnen kämpfen mit Sturmlage

Géraldine Bohne, 13. Februar 2020, 19:02 Uhr
Für die Skigebiete sind die vielen Stürme anstrengend. (Archivbild)
© Tagblatt/Urs Bucher
Die Skigebiete haben es momentan nicht einfach: Wöchentlich zieht ein Sturmtief über die Schweiz und bringt vor allem in den Bergen starke Windböen. Die Bergbahnen können oftmals nur einen Teilbetrieb anbieten oder müssen das Gebiet gar ganz schliessen.

Fast schon rhythmisch fegt seit einiger Zeit jeweils anfangs Woche ein Sturmtief über die Schweiz: Lolita, Petra und Sabine hiessen die letzten Winterstürme. Vor allem in den Bergen brachten sie hohe Windgeschwindigkeiten: Für die Bergbahnen eine grosse Herausforderung. Der Betrieb musste oftmals stark eingeschränkt werden, manche Gebiete mussten komplett schliessen. Die vielen Stürme bedeuten für die Skigebiete viel Arbeit und finanzielle Einbussen.

Im Skigebiet Wildhaus hat das Sturmtief «Sabine» von anfangs Woche grosse Schäden angerichtet. Dort stürzten Tannen auf die Umlenkstation eines Skilifts. Dieser wurde irreparabel beschädigt (FM1Today berichtete). «Unsere Mannschaft war zwei bis drei Tage mit Aufäumen beschäftigt», sagt Jürg Schustereit, Kommunikationschef bei den Wildhauser Bergbahnen. Bis heute musste der Betrieb bereits drei Mal wegen eines Sturms komplett eingestellt werden. «Normal wären in einer Saison ein bis zwei Mal. Die Häufung der Stürme ist auffällig.»

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Quelle: TVO

Kauf einer Mehrtageskarte ist ein Risiko

Die Stürme häufen sich in diesem Jahr genau in der Skiferien-Saison. Für die Wintergäste ist es ärgerlich, wenn genau dann der Betrieb eingeschränkt ist. «Die Gäste haben aber Verständnis», sagt Schustereit. Zudem haben die Bergbahnen Wildhaus ihre Gäste vor dem Kauf einen Mehrtages-Abo auf die schwierige Wettersituation aufmerksam gemacht. «Beim Kauf geht man ein Risiko ein. Grundsätzlich können wir in solchen Fällen leider kein Geld zurückerstatten.»

Es stürmt während der Skiferien

Im Pizol bietet man an Sturmtagen, wenn nur ein Teil der Lifte in Betrieb ist, reduzierte Tarife an. Jedoch mussten dies die Bergbahnen dieses Jahr nicht öfters anbieten wie in anderen Jahren. «Winterstürme gibt es in jeder Saison», sagt Klaus Nussbaumer, Geschäftsführer der Bergbahnen Pizol. In anderen Jahren seien die Stürme einfach im Januar gekommen. «Natürlich würden wir uns wünschen, dass die Sturmzeit nicht in die Skiferien fällt.» Da die Monate Dezember und Januar gut gelaufen seien, befürchte man keine grösseren Einbussen. Die Bahnen können aber erst Ende der Saison feststellen, inwiefern sich die Stürme ausgewirkt haben. 

Mehr Arbeit wegen Sabine, Petra und Co.

«Jeder Sturm ist eine Herausforderung für die Mitarbeiter», sagt Klaus Nussbaumer. Tafeln und Stangen müssen neu aufgestellt und die Pisten neu präpariert werden. Das ist ein grosser Aufwand, weiss auch Jürg Schustereit. «Es ist eine anstrengende Saison. Das Präparieren und Sichern der Piste bereitet uns wegen der Stürme viel Arbeit.»

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 13. Februar 2020 19:02
aktualisiert: 13. Februar 2020 19:02