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Corona

Vor allem ungeimpfte Reiserückkehrende aus dem Balkan im Spital

24. August 2021, 13:25 Uhr
In den Spitälern im Thurgau und St.Gallen liegen viele Patientinnen und Patienten mit schweren Coronaverläufen, Reiserückkehrende aus dem Balkan, die nicht geimpft waren. Nun geht es darum, diese Bevölkerungsgruppe zu erreichen. Die Kantone haben das Problem erkannt, aber noch keine klare Lösung.
Nach den Ferien direkt auf die Intensivstation: Im Kantonsspital St.Gallen steigt die Zahl der Coronapatienten wieder an.
© Tagblatt (Archiv)

In der Schweiz sind vor allem ungeimpfte Menschen mit Migrationshintergrund hospitalisiert, wie diverse Medien, darunter FM1Today, am Wochenende berichteten. In der Ostschweiz sieht es nicht anders aus: «Die überwiegende Mehrheit» der Personen, die sich derzeit in Spitalpflege befindet, habe einen Migrationshintergrund und komme ursprünglich aus einem Land des Balkans, teilt der Kanton Thurgau auf Anfrage des «St.Galler Tagblatts» mit. Genaue Zahlen dazu gibt es aber nicht.

Ungeimpft und aus den Ferien im Balkan zurück

Ähnlich die Lage im Kanton St.Gallen: Gemässe Kantonsspital lagen am Montag 37 Covid-19-Erkrankte im Kantonsspital, davon 12 auf der Intensivstation. Es handle sich bisher fast ausschliesslich um Reiserückkehrende aus dem Balkan, sagt Philipp Lutz, Kommunikationsbeauftragter des Kantonsspitals St.Gallen. Und zu den Patientinnen und Patienten, die seit Ende Sommerferien eingeliefert wurden: «Bis auf eine oder zwei Ausnahmen waren alle nicht geimpft.»

Offenbar haben die Impfkampagnen des Bundes und der Kantone die Migrantinnen und Migranten zu wenig erreicht. Die Gründe dafür sind wohl vielfältig. Aber das vermeintliche einfache Buchen der Impftermine im Kanton St.Gallen zum Beispiel kann für Personen mit Migrationshintergrund schwierig sein, da die Seite ausschliesslich in deutscher Sprache aufgeschaltet ist.

Walk-in-Impfungen und verschiedene Sprachen

Daraus scheint der Kanton inzwischen gelernt zu haben, die St.Galler wollen künftig auf Informationen in verschiedenen Sprachen setzen, wie der Kanton am Montag gegenüber dem «St.Galler Tagblatt» mitteilte. Unter anderem seien auf der Webseite Informationen in verschiedenen Sprachen aufgeschaltet, insbesondere zur Impfung. Ein einfaches Anmeldeverfahren auf www.wir-impfen.ch und die Walk-in-Angebote würden zu einem einfachen Zugang zur Impfung beitragen. Mehrere Sprachen sind hier aber noch nicht aufgeschaltet.

Der Kanton Thurgau hat derzeit nur ein Impfzentrum, allerdings gibt es hier täglich Walk-in-Impfungen. Die Anmeldeseite für die Impfung gibt es neben Deutsch auch in zwei weiteren Landessprachen und in Englisch.

Walk-in-Angebote in den Kantonen St.Gallen und Thurgau

  • St.Gallen: Jeden Samstag von 9 bis 13 Uhr, Einkaufszentrum Lerchenfeld, Zürcherstrasse 204
  • Wil: Jeden Montag von 11.30 bis 18 Uhr, Agrar Areal, Gebäude 18A, Speerstrasse 18
  • Buchs: Jeden Freitag von 11.30 bis 18 Uhr, Parkhof, Bahnhofstrasse 57
  • Jona: Jeden Donnerstag von 11.30 bis 18 Uhr, Jona Center 1, St.Gallerstrasse 120
  • Weinfelden: Montag bis Freitag von 16 bis 20 Uhr und Samstag von 8 bis 12 Uhr, Tannenwiesenstrasse 5

Für eine spontane Impfung braucht es die ID und die Krankenkassenkarte. Die Registrierung wird vor Ort gemacht.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 24. August 2021 13:25
aktualisiert: 24. August 2021 13:25