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Partytourismus

Vorarlberger umgehen Sperrstunde und feiern im Rheintal

Laurien Inauen, 29. September 2020, 12:01 Uhr
In Vorarlberg müssen Bars und Clubs wegen Corona bereits um 22 Uhr schliessen, einige Partygänger weichen deshalb in die Schweiz aus. Der Kanton St.Gallen sieht (noch) keinen Handlungsbedarf.
Gleich an der Grenze zu Vorarlberg – die «Habsburg» in Widnau. (Archivbild)
© pd

Die Coronafälle in Vorarlberg steigen, im September wurde ein neuer Höchststand an Neuinfektionen seit dem Frühjahr erreicht. Für Teile des Bundeslandes gilt deshalb die Ampelstufe orange: Die Besucherzahl bei Veranstaltungen ist stark beschränkt und Besuche in Spitälern sind nur in Ausnahmefällen möglich, um nur zwei der Einschränkungen zu nennen.

In Vorarlberg sind inzwischen über 1800 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden.

© Amtliches Covid-19-Dashboard für Vorarlberg

Zudem müssen Gastronomiebetriebe – Restaurants, Bars und Clubs – wie auch in Tirol und Salzburg, bereits um 22 Uhr schliessen.

Die Vorarlbergerinnen und Vorarlberg wollen dann aber offenbar noch nicht ins Bett und umgehen die vorverlegte Sperrstunde, indem sie Party im St.Galler Rheintal machen, wie die Vorarlberger Newsplattform vol.at berichtet. «Zahlreiche Bilder» auf Social Media würden dies beweisen.

«Es kommen mehr Österreicher»

Salvatore Zafarana, Inhaber der «Rockstar Lounge» in Au, kann den Trend bestätigen: «Langsam zieht es an. Ich merke, dass insbesondere am Wochenende mehr Österreicherinnen und Österreicher kommen als sonst.» Er hat keine Bedenken, was den Schutz seiner Gäste angeht. «Wir nehmen die Kontaktdaten auf und halten den nötigen Abstand ein.»

Auch die Bar «Habsburg» in Widnau, wenige Meter vom Zoll entfernt, ist beliebt bei Grenzgängerinnen und Grenzgängern. «Wir merken allerdings wenig Unterschied zu vorher, da wir schon immer viele Gäste aus Österreich begrüssen durften», sagt eine Mitarbeiterin. Das Lokal stützt sich bezüglich Schutzkonzept und Contact Tracing auf die die kantonalen Vorschriften, eigene Regeln für die Gäste aus Vorarlberg gibt es nicht.

Im Kanton St.Gallen fielen in den sieben Tagen vor dem 25. September (dann erschien das wöchentliche Bulletin) 93 Tests positiv aus, in der Vorwoche waren es 105 gewesen. Als Besonderheit nannte der Kanton in seinem Bulletin, dass die Fälle in «populären Discos und Bars» zunehmen würden.

«Gäste dürfen nach St.Gallen kommen»

Aktuell ist es allerdings kein Thema, den Vorarlbergerinnen und Vorarlbergern zu verbieten, «ennet» der Grenze in den Ausgang zu gehen, wie FM1Today auf Anfrage erfährt. «Gäste aus dem nahen Ausland dürfen auch weiterhin nach St.Gallen kommen», schreibt Thomas Zuberbühler, Leiter Kommunikation des Kantons St.Gallen. Wichtig sei dabei, dass die Gäste sich an die Hygienemassnahmen halten und die Bars und Clubs ihre Kontaktdaten aufnehmen und kontrollieren.

«Anhand des Contact Tracings könnten wir dann feststellen, ob es spezielle Gründe für eine Zunahme der Fallzahlen gibt», schreibt Zuberbühler. Derzeit sehe der Kanton keine ungewöhnliche Zunahme der Fallzahlen, weshalb er Stand heute auch keine weiteren Einschränkungen planen könne.

Grenzen bleiben offen

Deutschland hat für Vorarlberg eine Reisewarnung rausgegeben, die Schweiz bislang nicht. In Quarantäne muss sich nur begeben, wer sich in den Ländern Niederösterreich, Oberösterreich und Wien aufgehalten hat (Liste gültig seit 28. September).

Im Dreiländereck Schweiz, Deutschland und Österreich sollen die Grenzen nach dem Lockdown nicht wieder geschlossen werden, wie die Landesregierungen mehrmals betonten.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 30. September 2020 06:50
aktualisiert: 29. September 2020 12:01