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St.Gallen

Waldbesitzer nerven sich über weggeworfene Masken

24. November 2020, 06:40 Uhr
Spaziergänge im Wald sind zu Zeiten von Corona bei vielen beliebt. Das freut aber nicht alle: Waldbesitzer stören sich an weggeworfenen Masken oder Plastiksäcken und wünschen sich einen respektvollen Umgang mit dem Wald.
Des Öfteren stellen St.Galler Waldbesitzer fest, dass Abfall einfach liegen gelassen wird.
© zVg

Die meisten Blätter sind in den Wäldern bereits zerbröselt und nur noch einzelne gelbe Exemplare erinnern an den Herbst. Diesen Herbst, aber auch den Sommer und den Frühling, haben viele im FM1-Land für Waldspaziergänge genutzt. «Seit März sind die Waldbesuche stark angestiegen», schreibt der Verband der St.Galler und Liechtensteiner Waldeigentümer.

«Alle müssen den Wald sauber halten»

Besonders an normalen Wochentagen seien während der Corona-Pandemie deutlich mehr Menschen durch die Wälder gestreift als vor der Pandemie. Der Wald biete einen Kontrast zu den vielen Einschränkungen im täglichen Leben, heisst es vom Verband: «Im Wald kann man noch ohne Maske laufen, tief einatmen, niesen und husten, ohne dass man böse Blicke auf sich zieht. Ausserdem muss nicht alle 15 Minuten gelüftet werden.»

Die «frische Luft im Überfluss» werde aber auch des Öfteren missbraucht. Oder besser gesagt, der Waldboden werde zum Abfallkübel. Es seien vermehrt gebraucht Hygienemasken, Plastiksäcke oder leere Flaschen unter Tannen oder an Bäumen gefunden worden. "Deshalb wurde ein Wald-Knigge aufgeschaltet – für einen respektvollen Umgang mit dem Wald", heisst es weiter. Alle müssten dazu beitragen, den Wald sauber zu halten.

Mehr Besucher, mehr Kontrollen

Aufgrund der vielen Waldbesucher haben die Waldeigentümer dieses Jahr mehr zu tun. «Speziell unter der Woche muss mehr als sonst kontrolliert werden», schreibt der Verband. Viele Passanten würden sich nicht an Absperrungen und Verbote halten und sich selbst in Gefahr bringen. Deshalb werden aktuell mehr Kontrollen während Fällarbeiten durchgeführt.

Dadurch hätten die Kosten und Aufwände zugenommen. Zusätzlich belastend seien der tiefe Holzpreis und der Borkenkäfer. Vom Borkenkäfer befallene Bäume bringen keinen finanziellen Ertrag mehr. «Die meisten Forstbetriebe können unter diesen Voraussetzungen keine schwarzen Zahlen schreiben.»

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 24. November 2020 06:40
aktualisiert: 24. November 2020 06:40