Wegen Frühlingswetter

Welche Skigebiete schon auf Sommerprogramm umgestellt haben – und welche nicht

06.02.2024, 06:37 Uhr
· Online seit 06.02.2024, 05:41 Uhr
In den letzten Wochen gab es viel Sonnenschein in den Bergen. Für die einen heisst dies perfekte Pisten-Bedingungen, für die anderen bedeuten die hohen Temperaturen bereits den Umstieg aufs Sommerangebot. Wir ziehen für dich ein Zwischenfazit, wo du noch Schneesport betreiben kannst und wo bereits das Sommerprogramm läuft.
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Eine erste Bilanz zeigt: Der diesjährige Winter fällt gesamthaft gut aus. Gerade Skigebiete in höheren Lagen profitieren vom schönen Wetter. Während im vergangenen Winter vielerorts mit starkem Schneemangel gekämpft wurde, ist die Schneelage diesen Winter vielerorts gut bis ausgezeichnet.

Für viele Bergbahnen ist die Wintersaison ausschlaggebend. Aber was passiert, wenn die Schneeverhältnisse zu wünschen übrig lassen? Ein starkes Sommerangebot, das flexibel einspringen kann, wenn der Winter mal ausfällt, könnte helfen. Für einige Gebiete ist dies wünschenswert und machbar, für andere ist der Winter für Wintersport – Punkt. So gehen die verschiedene Skigebiete aus dem FM1-Land mit dem Spagat um.

Traumhaftes Savognin

Christoph Passecker, der kaufmännische Direktor der Bergbahnen Savognin, ist sehr zufrieden mit dem Verlauf dieses Winters. Angesichts der hohen Lage könne das Skigebiet von viel Naturschnee profitieren. Aufgrund der guten Schneeverhältnisse sind alle Pisten sowie Schlittenbahnen geöffnet. «Dieses Jahr hat es so viel Schnee wie schon lange nicht mehr», sagt Passecker.

Neben den geöffneten Pisten sind auch die Winteraktivitäten im Tal geöffnet, darunter das Eisfeld sowie Langlaufloipen. Gemäss Passecker ist ein flexibles Sommerangebot für Savognin nicht von hoher Bedeutung. Zusätzlich sei es aufgrund der Unternehmensgrösse nicht möglich, einfach aufs Sommerprogramm zu wechseln und den gleichen Ertrag zu erzielen.

«Wir sind abhängig vom Winter, von der technischen Beschneiung und vom Schnee, der von oben kommt. Aktuell sind wir damit gut aufgestellt», sagt Passecker.

Zufriedene Wildhauser

Auch in Wildhaus ist man mit dem Winter zufrieden. Laut Marc-Andrea Barandun, Leiter Marketing der Bergbahnen Wildhaus AG, hat es genügend Schnee im Obertoggenburg, daher sind aktuell neun der 15 Pisten geöffnet. Auch mit der Gästeanzahl von durchschnittlich 1700 Personen pro Tag sei man zufrieden.

Laut Barandun ist ein starkes Sommerangebot sehr wichtig für die Bergbahnen. Trotzdem sei der Winter für Wintersport und es werde alles dafür gegeben, dies zu ermöglichen. Neben den bis ins Tal geöffneten Pisten sind auch der Funpark «Snowland» und die berühmte «Klangslope» bereit für Besucher. Zusätzlich seien im Gebiet aktuell auch Schneeschuhrouten sowie Winterwanderungen möglich.

Ein Wintertraum im Flumserberg

Ähnlich ist auch die Lage in Flumserberg. Gemäss Katja Wildhaber, Mitglied der Geschäftsleitung der Bergbahnen Flumserberg, freut man sich auch hier über gutes Wetter und viele Gäste. Momentan seien alle 17 Anlagen in Betrieb, sowie alle Schlittenpisten und Langlaufloipen.

Wie Wildhaber sagt, ist in der «Flumsi» der Sommer ein grosses Thema. In den letzten Jahren sei hier viel investiert worden, beispielsweise in Rodelbahn, Kletterturm, Bike Trails und Wanderwege. Der Sommer sei zwar wichtig, aber der Winter auch. Daher freue man sich darüber, dass diesen Winter so gute Verhältnisse herrschen und somit ein gutes Pistenangebot angeboten werden kann, so Wildhaber.

Frühling in Atzmännig

Ganz anders ist die Lage in Atzmännig. Ende Januar kommunizierte die Sportbahnen Atzmännig AG den Umstieg auf das Sommerangebot. Laut Geschäftsführer Roger Meier ist dies keine Seltenheit. Der Grund dafür sei die eher tiefe Höhenlage des Gebiets (Talstation 840 Meter über Meer, Bergstation 1200 Meter über Meer). Zusätzlich sei das Gebiet gänzlich auf Naturschnee angewiesen, da sie über keine flächendeckende technische Beschneiung verfügen würden.

Mit den frühlingshaften Temperaturen wurde auf das Sommerangebot gewechselt. Gemäss Meier fällt der Winterbetrieb weniger ins Gewicht, das Kerngeschäft sei von April bis Mitte Oktober und somit das Sommerangebot. Was trotz höheren Temperaturen offen bleibt, ist die Winterarena, der Beginner-Bereich vom Atzmännig. Durch den Einsatz zweier Schneekanonen könne daher gewährleistet werden, dass Anfänger aus der Umgebung in der Region lernen können.

«Bei uns können in diesen Sportferien die Sommerrodelbahn und der Freizeitpark für Kleinkinder besucht werden», sagt Meier. Zusätzlich gebe es auch tolle Angebote für kleinere Gruppen, wie beispielsweise Töffli-Touren.

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Ein Hauch Sommer auf dem Kronberg

Erfreut über die hohen Temperaturen zeigt sich Felix Merz, Geschäftsführer der Luftseilbahn Jakobsbad-Kronberg. Auch am Kronberg sei auf den Sommerbetrieb gewechselt worden, somit kann auf dem Berg das Panorama genossen werden, während im Tal die Bobbahn und am Wochenende auch der Seilpark geöffnet sind.

Mit dem Jahresbeginn ist Merz grundsätzlich zufrieden, da es Anfang Jahres bis auf 800 Meter über Meer gut Schnee hatte. Somit konnte man den Gästen schöne Schlittenpisten und Schneeschuhwanderungen bieten. Jetzt sei das Wetter aber gerade ins andere Extrem gekippt. Das sei ihnen am liebsten, da dann direkt aufs Sommerangebot gewechselt werden kann.

«Der Kronberg ist grundsätzlich eine Sommerattraktion», sagt Merz. Somit sei das Kerngeschäft das Sommerangebot von Karfreitag bis Ende Oktober. So gesehen ist es schön, wenn es Schnee hat im Winter, dann können zusätzlich Schneeschuhwanderungen und Schlittenfahrten angeboten werden. Nicht gut für den Betrieb seien die Temperaturen dazwischen, also zum Beispiel zwei Grad und wenig Schnee. Dann könne weder das Winter- noch das Sommerangebot genutzt werden. «Aktuell kann man einen Hauch Sommer bei uns geniessen», so Merz.

Ski-Berg im Pizol

Eine erfreuliche Wintersaison gibts hingegen auch im Pizol. Laut Jürg Schustereit, Leiter Marketing und Vertrieb der Pizolbahnen, konnte vom sehr frühen Schnee und den dazu tiefen Temperaturen profitiert werden. Gerade in der Höhe sei die Schneelage sehr gut, somit sind aktuell 22 der insgesamt 28 Pisten geöffnet. Etwas schlechter sieht es im unteren Bereich des Gebiets aus, aufgrund der Schneelage ist daher gerade nur eine von drei Schlittelpisten geöffnet.

Ein flexibles Sommerprogramm ist für Schustereit eher eine Option für Gebiete in tieferen Lagen. «Das Sommergeschäft am Pizol läuft im Sommer und nicht im Winter», sagt Schustereit. Somit sei der Pizol im Winter ein Ski-Berg und im Sommer ein Wander-Berg. Die Flexibilität sei daher nicht gewünscht. Für diejenigen, die nicht auf Brettern ins Gebiet kommen, gibt es momentan aber auch Winterwanderwege im Pizol.

(lha)

veröffentlicht: 6. Februar 2024 05:41
aktualisiert: 6. Februar 2024 06:37
Quelle: FM1Today

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