Wer Regeln nicht einhält, muss zahlen

Lara Abderhalden, 20. Februar 2019, 18:37 Uhr
Die Spesenabrechnungen bei der Uni St.Gallen verliefen nicht immer korrekt.
Die Spesenabrechnungen bei der Uni St.Gallen verliefen nicht immer korrekt.
© KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER
Die Universität St.Gallen nimmt Stellung zu den Missbräuchen bei den Spesenbezügen an der HSG. Die Geremien seien von der Menge der Beanstandungen überrascht gewesen. Ein neues Spesenreglement sei aufgesetzt und Verfehlungen werden bestraft.

«Um es unmissverständlich auszudrücken: Nicht regelkonformes Verhalten wird mit Massnahmen sanktioniert, die von Rückzahlungen bis zu - wo nötig - personalrechtlichen Massnahmen reichen», steht in einer Stellungnahme, welche die Uni St.Gallen am Mittwochabend verschickte. Die Umsetzung des neuen Spesenreglements, das seit Anfang Februar gilt, werde vom Universitätsrat kontrolliert.

Verbindlicher Verhaltenskodex eingeführt

Ausserdem werde das Vier-Augen-Pronzip eingesetzt, um Belege genau zu kontrollieren. «Zusätzlich werden Schulungen der Universitätsangehörigen im Umgang mit dem neuen Spesenreglement durchgeführt sowie ein verbindlicher Verhaltenskodex eingeführt», steht weiter.

Der Universität sei es wichtig, dass das Vertrauen der Öffentlichkeit und der Politik wieder hergestellt werde. Dem Universitätsrat ist bewusst, dass dieses Vertrauen unter den Vorfällen gelitten hat. « Die Universitätsleitung bedauert dies sehr, da unter diesem Vertrauensverlust auch jene grosse Mehrheit der über 3100 Mitarbeitenden der Universität leidet, die sich täglich regelkonform

und mit grossem Engagement für ihre Universität einsetzt.» Es werde alles daran gesetzt, die angezeigten Misstände zu beheben.

Universitätsgesetz wird erneuert

Einen Beitrag dazu leisten, soll auch das neue Universitätgesetz, welches die Regierung am Dienstag verabschiedete. Das veraltete, aus dem Jahr 1988 stammende Gesetz, werde komplett erneuert. Dazu gehöre auch, das Kontrollsystem zu überarbeiten und dafür zu sorgen, dass solche Verfehlungen nicht mehr passieren, schrieb die Regierung in einer Mitteilung am Dienstag.

Am vergangenen Wochenende publizierte das Tagblatt einen Artikel, mit einer Liste von fragwürdigen Spesenabrechnungen. Teilweise wurden Beträge verbucht, ohne dafür Belge erhalten zu haben. Die Liste mit den Spesenabrechnungen gibt es hier.

Lara Abderhalden
Quelle: abl
veröffentlicht: 20. Februar 2019 18:37
aktualisiert: 20. Februar 2019 18:37