Armwrestling

Widnauer Armwrestlerin: «Es gibt viele Vorurteile»

7. Oktober 2019, 14:26 Uhr
Michalina Bleiker aus Widnau trainiert seinem einem Jahr Armwrestling. Ihr Ziel: Es einmal an der Weltmeisterschaft aufs Podest zu schaffen. Der Sport liegt ihr im Blut, schon ihre Eltern waren erfolgreiche Armwrestler.

Es ist ein Raum voll mit Stahl. Auf der rechten Seite reiht sich eine schwarze Hantelscheibe an die nächste, in der Mitte des Raumes stehen Zugmaschinen. «Muskelwerk» steht in schnörkelloser Schrift an der Wand. Abgesehen von einer Pokalsammlung ist der Trainingsraum des Löwen Arm Clubs in Amriswil völlig schmucklos, funktional, praktisch.

Hier fühlt sich Michalina Bleiker wohl. Die vermeintlichen Widersprüche, sie hören beim Raum nicht auf. «Wer ‹Armwrestlerin› hört, der denkt sofort an riesige Oberarme und dass man aussieht wie ein Mann. Das stimmt in den meisten Fällen aber gar nicht», sagt Bleiker. «Es gibt viele Vorurteile.»

 

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Quelle: FM1Today.ch

«Ich will an der Weltmeisterschaft aufs Podest!»

Die 18-jährige Widnauerin trainiert erst seit einem Jahr Armwrestling, trotzdem gehört sie bereits zu den besten Athletinnen der Schweiz. An der Schweizermeisterschaft der Profi-Frauen gewann sie Silber und Bronze, bei den Juniorinnen zweimal Gold. 

Damit kommt sie ganz nach ihren Eltern: Ihre Mutter ist fünffache Weltmeisterin im Armwrestling, ihr Vater gewann zehn Mal die Schweizer Meisterschaft. Ihren sofortigen Erfolg nur den Genen zuzuschreiben, wäre allerdings falsch.

«Ich trainiere am Montag, Mittwoch und Freitag den Oberkörper, dazwischen trainiere ich am Tisch und auch den Unterkörper», sagt Bleiker. Und: Sie ist gerade auf Diät. Zwischendurch muss sie immer mal wieder abnehmen, damit sie in tieferen Gewichtsklassen starten darf. 

«Bei kleineren Turnieren gibt es meist nur zwei Gewichtsklassen, unter 65 Kilo und darüber. Bis 65 Kilo habe ich natürlich bessere Chancen», so Bleiker. Das ist ein Hindernis, das es an Landes- oder gar Weltmeisterschaften mit feineren Gewichtsklassen nicht gibt, dort sieht sich Michalina Bleiker in Zukunft sowieso: «Ich will an der Weltmeisterschaft aufs Podest!»

In Rumänien ist es zu kompliziert

An der diesjährigen WM wird Michalina Bleiker aber noch nicht teilnehmen. Eigentlich hätte diese in Polen stattfinden sollen, wurde nun wegen eines Streits zwischen einem Ausrüster und dem Weltverband nach Rumänien verschoben.

«Wir hätten dort von Ort zu Ort reisen müssen, mal mit dem Auto, mal mit dem Zug – und jedes Mal hätten wir draufgezahlt», sagt Bleiker. Deswegen lässt sie das Turnier dieses Jahr aus, auch um sich nochmals gezielt vorzubereiten. 

Bei der Aussicht auf die nächste WM gibt sich Michalina Bleiker selbstbewusst: «Wenn ich dran bleibe mit dem Training, habe ich eine gute Chance.» Und auch wenn es nächstes Jahr noch nicht auf Anhieb mit dem Podest klappen sollte – die Zukunft im Frauen-Armwrestling scheint der 18-Jährigen aus Widnau zu gehören.

(thc) 

 

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 12. Oktober 2019 12:15
aktualisiert: 7. Oktober 2019 14:26