Wieder neue Regeln für Fasnachtsumzüge

Vanessa Kobelt, 21. Februar 2018, 07:36 Uhr
Die strengeren Regeln an den Fastnachtsumzügen im Rheintal werden überarbeitet und möglicherweise wieder gelockert. Die Organisatoren suchen das Gespräch mit den Wagenbauern.

Bei einigen liegt wohl das dreckige Fasnacht-Kostüm in der Wäsche und auch das eine oder andere Konfetti wird in nächster Zeit noch in der Wohnung auftauchen. Ansonsten ist vielerorts nicht mehr viel von der Fasnacht übrig. Die Organisatoren der Rheintaler Fastnachtsumzüge haben jetzt Bilanz gezogen. Die Umzüge fanden dieses Jahr zum ersten Mal unter strengeren Regeln statt.

Gemischte Reaktionen

«Wir hatten viele positive Reaktionen auf das erste regionale Wagenbau-Reglement», sagt Alex Zenhäusern, OK-Präsident der Fasnacht Altstätten. «Vor allem Familien fanden die strengeren Regeln sehr gut. Wir hatten aber auch negative Reaktionen - worauf wir reagieren wollen.» Jedoch sei dies nicht in allen Punkten möglich. Kritisiert wurden zum Beispiel die vermehrten Kontrollen, welche die Polizei auf dem Anfahrtsweg der Wagen machte. «Darauf können wir als Veranstalter gar keinen Einfluss nehmen, der Anfahrtsweg liegt nicht in unserer Verantwortung.»

Gemeinsame Lösung

Einfluss haben die Organisatoren auf alles im Reglement, was nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Hier möchte man auf die Kritik der Wagenbauer eingehen. «Es gibt allenfalls für nächstes Jahr ein paar Anpassungen im Reglement», sagt Zenhäusern. «Wir möchten gerne mit den Wagengruppen einen Konsens finden.» Oft kritisiert wurde zum Beispiel die Musik, welche neu nur noch während des Umzugs laufen darf. Auch, dass es am Wagen keine Aussen-, sondern nur noch Innenbeschallungen geben darf, verstanden offenbar einige Fasnächtler nicht. «Wir laden je einen Vertreter von jeder Wagengruppe ein und werden mit ihnen gemeinsam das Reglement anschauen. Wo es Spielraum gibt, versuchen wir, gemeinsam Lösungen zu finden.» Dies könnte auch die Musik betreffen, man müsse alles im Detail anschauen.

Rheintaler Boykott

Unter dem angepassten Reglement machen möglicherweise auch einige Gruppen wieder mit, die sich dieses Jahr für Boykott entschieden haben. «Es gab einige Rheintaler Gruppen, die wegen der neuen Regeln nicht mitgemacht haben», sagt Zenhäusern. «Weniger Anmeldungen hatten wir in Altstätten aber kaum, bei uns sind auch viele Auswärtige dabei.»

Zwei Gruppen gekürt

Alles in allem ist Alex Zenhäusern aber zufrieden mit dem neuen Reglement. Dass es auch mit strengeren Regeln gut funktioniert, hätten dieses Jahr viele Wagenbauer bewiesen. «Ziel war nie, dass weniger Gruppen am Umzug mitmachen, sondern dass das Motto der Wagen und die Umsetzung wieder im Zentrum stehen.» Zweien sei dies besonders gut gelungen. Die Fussgruppe «Ferien GmbH» mit dem Motto «Skirardelli» sowie die Wagengruppe deKTV Kriessern mit dem Motto «Unterwasserwelten» wurden als beste Gruppen gekürt. Die Fussgruppe erhielt 500 Franken, die Wagengruppe 1000 Franken. «Es war richtig schön, diesen Gruppen mit ihren Themen zuzuschauen. Hut ab für ihr Engagement, dies sollte der Fasnacht-Spirit sein.»

Die Gruppe «Ferien GmbH» und der KTV Kriessern wurden als beste Fasnachtsgruppen gekürt. (Bilder: zVg)
Die Gruppe «Ferien GmbH» und der KTV Kriessern wurden als beste Fasnachtsgruppen gekürt. (Bilder: zVg)
© zVg.

Vanessa Kobelt
Quelle: kov
veröffentlicht: 21. Februar 2018 07:36
aktualisiert: 21. Februar 2018 07:36