Bad Ragaz

«Wieso geht es nicht vorwärts?» – Wirt kritisiert Kanton St.Gallen

Krisztina Scherrer, 17. März 2021, 06:16 Uhr
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Quelle: Facebook/Thomas Wachter

Der Wirt vom «Thömsn's National Pub» in Bad Ragaz wendet sich mit einem Facebook-Video an den Kanton St.Gallen und kritisiert dessen Umgang mit den Härtefallgesuchen und Kurzarbeitsentschädigungen. Regierungsrat Beat Tinner kann seine Ungeduld verstehen.

Er brauche das Geld, sonst könne er sein Pub, das er seit 13 Jahren führt, schliessen. «Zum Thema Kurzarbeit: Wieso geht es nicht vorwärts?», fragt Thomas Wachter, der Wirt des «Thömsn's National Pub» in Bad Ragaz, in seinem Facebook-Video vom Freitag. Die Kurzarbeitsentschädigung für Januar und Februar fehle ihm, respektive seinen Angestellten.

Auch zum beantragten Härtefallgesuch habe er noch keine Rückmeldung erhalten. «Das einzige, was ich von euch erwarte, ist eine Antwort: Ja oder Nein?», so der Wirt weiter. «Ich weiss, dass ihr unter Druck steht und dass es schwierig ist.» Doch er wolle endlich Gewissheit.

Das Facebook-Video wurde am Freitag veröffentlicht und hat viel Beachtung gefunden. Es wurde über 1000 Mal geteilt und rege kommentiert. Wachter selber will sich im Moment nicht dazu äussern. Auf Anfrage von FM1Today sagt er bloss: «Vielen Gastronomen geht es gleich wie mir», und dass er durchwegs positives Feedback auf sein Video erhalten habe.

«Kann die Ungeduld verstehen»

Auch Regierungsrat Beat Tinner, Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements, hat das Video des Wirtes gesehen und zeigt Verständnis: «Ich kann die Ungeduld gut verstehen», sagt er auf Anfrage von FM1Today.

Beat Tinner ist seit April 2020 im Amt.

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Hälfte aller Gesuche ist abgearbeitet

Von den rund 1250 Härtefallgesuchen stammen etwa die Hälfte aus der Gastronomie- und Hotelbranche. Rund die Hälfte wurde bisher abgearbeitet, etwa 70 Fälle wurden abgelehnt. «Wir setzten zusätzliche Personen ein. Ausserdem arbeitet ein Team über das Wochenende und leistet auch Überzeit, um die Anzahl der Gesuche innert vier bis sechs Wochen zu bearbeiten», so Tinner.

Auch die Bearbeitungsdauer für die Kurzarbeitsentschädigung liege im gesamtschweizerischen Durchschnitt. In der Regel werde diese innert 15 Arbeitstagen abgerechnet. Derzeit seien es über 4500 Betriebe, die Kurzarbeit angemeldet haben. «Die Sonderregelung vom Bund macht die Arbeit für unsere Leute nicht einfacher.»

Mittlerweile hat der Pub-Besitzer Thomas Wachter seine Kurzarbeitsentschädigung vom Kanton erhalten. Schlechtere Nachrichten gab es wegen den Härtefallgeldern. Wie der Wirt am Montagabend auf Facebook mitteilt, wurde sein Gesuch abgelehnt.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 16. März 2021 07:38
aktualisiert: 17. März 2021 06:16