Wildhaus verbündet sich mit Grüsch Danusa

Angela Mueller, 10. Mai 2019, 11:48 Uhr
Neuer Anlauf im Toggenburger Bergbahnenstreit: Wildhaus spannt mit Grüsch Danusa zusammen und geht einen Schritt auf die Toggenburger Bergbahnen zu.

Man könnte sagen, die Bergbahnen Wildhaus haben die Flucht nach vorne angetreten. Nach einem langjährigen Streit mit den Toggenburger Bergbahnen, bei dem es unter anderem um das Tarifmodell geht, verbünden sich nun die Wildhauser mit dem Bündner Skigebiet Grüsch Danusa. Dies vor allem im Familienbereich. Ab kommender Wintersaison sind die Winterabos in beiden Skigebieten gültig. Das Saison-Familienabo kostet für zwei Erwachsene und ihre Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren im Vorverkauf 1395 Franken.

Familienfreundliche Skigebiete

Das neue Winterabo ermöglicht gemäss Medienmitteilung den Einstieg ohne Wartezeiten ins Skigebiet, beinhaltet auch die Parkplatzgebühren sowie diverse andere Attraktionen. Auch während des Sommers ist es für zwei Sesselbahnen im Wandergebiet Churfirsten gültig.

Die beiden Skigebiete Grüsch Danusa und Wildhaus Bergbahnen hätten das gleiche Zielpublikum und würden sich deshalb bestens ergänzen, heisst es in der Medienmitteilung. Die beiden Skigebiete erhoffen sich, durch den Verbund neue Gäste in die jeweiligen Skigebiete locken zu können und die Bergbahnen Wildhaus haben wieder einen verlässlichen Partner an ihrer Seite. Die Skigebiete liegen rund 45 Autominuten voneinander entfernt.

Ein geteiltes Ticketsystem

In Sachen Bergbahnenstreit machen die Wildhauser einen Schritt auf die Toggenburger Bergbahnen zu: Wildhaus schlägt in einem Brief dem Verwaltungsrat ein geteiltes Tarifmodell vor. Die Analyse der Marktsituation habe ergeben, dass im Wintersport für die Region ein duales Tarifmodell erforderlich sei. Dies würde auch die Problematik mit dem Ticketpool «massiv entkrampfen», heisst es im Brief.

Die Wildhauser möchten Skipässe verkaufen, die nur auf den eigenen Bahnen gültig sind. Dies erlaube den beiden Unternehmen, zielgruppenspezifische Angebote zu gestalten, heisst es im Brief. Sie versichern, keine Dumpingpreise anzuwenden.

Langer Streit im Toggenburg

In Sachen Poolproblematik hat das Unternehmen noch einen weiteren Vorschlag. Es zeigt sich bereit, über «mehrere Jahre einem fixen Verteilschlüssel» zuzustimmen und damit auf einen zu erwartenden Ertragszuwachs zu verzichten, der sich nach dem Bau der neuen Sesselbahn ergeben würde.

Wie die Toggenburger Bergbahnen auf diesen Vorschlag reagieren bleibt abzuwarten. In der näheren Vergangenheit haben es die Skigebiete nach keinem Kompromissvorschlag geschafft, eine gemeinsame Lösung zu finden.

Der Verwaltungsrat der Bergbahnen Wildhaus ist durch den Streit mit den Toggenburger Bergbahnen blockiert. So lange dieser nicht beigelegt ist, gibt der Kanton das Geld für den Neubau einer Sesselbahn nicht frei. Die Toggenburger wiederum haben das Ziel, die Wildhauser Bergbahnen zu übernehmen, da sie davon ausgehen, dass nur so das Bergbahnengeschäft im Toggenburg rentabel sein kann.

Angela Mueller
Quelle: agm
veröffentlicht: 10. Mai 2019 11:35
aktualisiert: 10. Mai 2019 11:48