«Wir bleiben bei unserem Angebot»

Lara Abderhalden, 9. Dezember 2017, 07:17 Uhr
Die Bergbahnen Wildhaus haben ein Gutachten präsentiert, welches zeigt, dass der Wert ihrer Aktien wesentlich höher ist, als der der benachbarten Toggenburg Bergbahnen. Dieses Gutachten soll Wildhaus helfen, das Geld für den geplanten Ausbau zu erhalten. Die Präsidentin der Toggenburg Bergbahnen Mélanie Eppenberger nimmt dieses Gutachten zur Kenntnis, es ändert jedoch nichts am feindlichen Übernahmeangebot.

Mélanie Eppenberger, die Bergbahnen Wildhaus haben ein Gutachten vorgestellt. Dieses legt klar dar, dass die Aktien von Wildhaus einen grösseren Wert haben, als diejenigen ihrer Unternehmung, der Toggenburg Bergbahnen. Sie sind bis jetzt vom Gegenteil ausgegangen. Wie haben Sie auf das Gutachten reagiert?

Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob man im Bericht die markanten Effekte des Tarifverbunds und die wichtigen latenten Ereignisse berücksichtigt hat. Mir ist klar, dass der Preis der Aktien längerfristig durch den Markt bestimmt wird.

Im Bericht heisst es, dass zehn Aktien der Bergbahnen Wildhaus gegen 15-20 Aktien der Toggenburg Bergbahnen getauscht werden könnten. Sie hingegen gingen in Ihren Berechnungen davon aus, dass eine Aktie von Ihnen zehn Wildhaus-Aktien einbringen würden. Sie bieten den Wildhaus-Aktionären an, die Aktie für 25 Franken zu kaufen. Die Bergbahnen Wildhaus gehen hingegen von einem Nominalwert von 200 Franken pro Aktie aus. Wie kommt es zu diesen Abweichungen?

Es ist sehr wichtig die Wirtschaftlichkeit einer Unternehmung richtig zu beurteilen und darin gehört meines Erachtens auch der Tarifverbundeffekt. Die Einflüsse des Tarifverbundes müssen in der Bewertung berücksichtigt werden also auch ein mögliches Ende des Tarifverbundes. Das haben wir in unserer Bewertung natürlich gemacht.

Sie meinen, welche finanziellen Auswirkungen ein separates Ski-Billett hätte?

Genau. Es gibt verschiedene Ansätze für eine Unternehmungsberatung. Für uns ein wichtiges Element waren die Zukunftsprognosen und Zukunftserwartungen.

Die Bewertung der Bergbahnen Wildhaus wird demnach nichts an ihrem feindlichen Übernahmeangebot ändern?

Es ist eigentlich nicht viel Neues passiert. Unser Angebot steht weiterhin. Wir sind immer noch der Meinung, dass es zu einer integrierten Unternehmung führen würde, die für uns sinnvoll ist. Unsere Lösung hat ausserdem einen grossen Vorteil gegenüber einem Fusionsprozess: Sie kostet den Steuerzahler keinen Rappen.

Sind Sie überhaupt bereit, weitere Fusionsgespräche zu führen?

Wir waren nie abgeneigt Gespräche zu führen. Im Gegenteil wir haben es im Jahr 2015 auch versucht. Leider hat das nicht gut funktioniert und die Erfahrung nach diesen Gesprächen hat uns dazu bewegt, direkt auf die Aktionäre zuzugehen. Uns ist es sehr wichtig, dass die Aktionäre, die das finanzielle Risiko der Unternehmung tragen, die Möglichkeit haben eine Entscheidung zu treffen, wenn klar ist, wie es mit dem Tarifverbund weitergeht.

Die Bergbahnen Wildhaus wollen mit dem Gutachten vor allem bewirken, dass ihnen die Gelder der Regierung zugesprochen werden und sie ihr Skigebiet ausbauen können. Das geplante Projekt Wildhaus 2.0 mit neuen Bahnen und kinderfreundlichen Anlagen würde nicht nur Wildhaus sondern auch Ihnen etwas bringen? 

Es steht mir nicht zu, das Projekt zu verurteilen. Meines Erachtens lässt es allerdings noch viele Fragen offen. Ich höre oft in der Branche, dass neue Anlagen wie sie Wildhaus plant, keine Kapazitätsprobleme lösen und nur für den Winter gemacht sind, kritisch beurteilt werden. Es stellt sich die Frage der Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen.

Also lässt sich abschliessend sagen, dass das Gutachten keinerlei Reaktionen Ihrerseits auslösen wird?

Ja, es ist so.

Lara Abderhalden
Quelle: abl
veröffentlicht: 9. Dezember 2017 07:17
aktualisiert: 9. Dezember 2017 07:17