Autobahnanschluss

«Wir könnten schon lange vor 2028 für den Bau bereit sein»

Christoph Thurnherr, 19. November 2019, 13:27 Uhr
Die Bevölkerung hat klar Ja zu einem Autbahnanschluss gesagt. Es dauert aber noch Jahre bis zur Umsetzung.
© St.Galler Tagblatt Archiv
Nach dem Ja zum Autobahnanschluss in Goldach ist nicht mit einer schnellen Verbesserung der Verkehrssituation in den beiden Gemeinden zu rechnen, obwohl die Behörden die eingeplante Zeit sogar unterbieten könnten. Ein Interview mit dem St.Galler Kantonsingenieur Marcel John.

Weg mit den Staus in den Zentren, her mit dem neuen Autobahnanschluss: Die Gemeinden Goldach und Rorschach haben sich klar für das 315 Millionen Franken teure Mammutprojekt entschieden. Getragen wird es grösstenteils von Bund und Kanton. Die Gemeinden müssen das Geld für die begleitenden Massnahmen aufbringen. 

Wann fahren die ersten Autos über den neuen Autobahnanschluss?
Marcel John: Gemessen an der Planung des Bundes können wir 2028 mit dem Bau beginnen. Dann dauert es noch zwei, drei Jahre, bis die ersten Autos dort fahren können. 

Auch, wenn es zu Einsprachen kommt?
Wenn nicht gerade jemand vor Bundesgericht geht, dann kommt das hin. Wir sind sehr gut in der Zeit. Es wäre sogar möglich, dass wir lange vor 2028 bereit sind. Nur brauchen wir die Zeit ja nicht zu unterbieten, wir nutzen diese lieber. Der Bund hat recht grosszügig gerechnet. 

Die Pläne stehen schon, was muss bis zum Spatenstich noch gemacht werden?
Es gibt natürlich trotzdem noch einiges zu tun. Wir sind jetzt auf dem Stand eines Vorprojekts. Die Umsetzung im Detail muss noch geplant werden. Das betrifft wirklich alles, das irgendwie von Interesse ist: Von den Veränderungen im Boden bis zur letzten Eisenstange, die verbaut wird. 

Die Planung begann doch schon 2016?
Das reicht niemals. Ich habe schon 10 Jahre früher mit den Grobkonzepten begonnen. Der Vorlauf für ein Projekt dieser Grössenordnung ist riesig. 

Die Freude über die Annahme dürfte bei Ihnen also riesig sein. 
Ja. Das ist – gerade mit diesem deutlichen Resultat – eine schöne Bestätigung für unsere Arbeit. In Rapperswil wurde die Umfahrungsstrasse leider abgelehnt. 

Es ist das Jahr 2031, der Autobahnanschluss ist Tatsache. Wird dann überhaupt noch Auto gefahren?
Das ist natürlich Kaffeesatzlesen, aber wir gehen klar davon aus. Die Mobilität dürfte zunehmen. Denn: Elektromobilität und selbstfahrende Autos sprechen auch Nutzer an, die den Individualverkehr bis jetzt nicht nutzen.

Gibt es keine Alternativen?
Allenfalls können Transportdrohnen eines Tages die Strassen entlasten. Bis dahin wird aber weiter auf der Strasse gefahren und es ist gut, dass die Bevölkerung diese Chance genutzt und sich für den Autobahnanschluss entschieden hat. 

(thc) 

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 19. November 2019 09:44
aktualisiert: 19. November 2019 13:27